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    Präsidentenwahl in Weißrussland (108)
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    Der weißrussische Vizeinnenminister Alexander Barsukow hat die Vorwürfe der Misshandlung von Festgenommenen bei den Protesten in Minsk zurückgewiesen.

    Die jüngste Erklärung machte Barsukow vor einer Haftanstalt in der Okrestina-Straße in der weißrussischen Hauptstadt, wo am Donnerstagabend damit begonnen wurde, die zuvor festgenommenen Protestteilnehmer freizulassen. Im Netz ist ein Video zu finden, auf dem der Vizeinnenminister auf die Frage bezüglich Misshandlungen antwortet:

    „Es gab keine Misshandlungen.“

    Darüber hinaus sagte er, dass bis heute früh alle festgenommenen Demonstranten freigelassen würden. Einige, die bereits frei sind, sprachen von Schlägen und Misshandlungen seitens der Sicherheitskräfte.

    Innenminister Juri Karajew hatte sich zuvor im Staatsfernsehen bei den Bürgern für die Festnahme vieler Unschuldiger entschuldigt. Bei Polizeieinsätzen gegen Protestler komme es auch zu versehentlichen Festnahmen, erläuterte er.

    „Als Kommandierender möchte ich die Verantwortung übernehmen und mich ehrlich und auf menschliche Weise bei diesen Menschen entschuldigen“, sagte Karajew.

    Am Donnerstag hatte Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko die Weisung gegeben, „alle Fakten der Festnahmen“ zu überprüfen, „die sich in den letzten Tagen ereigneten“.

    Proteste in Weißrussland

    Der seit 1994 regierende Alexander Lukaschenko ist bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag nach vorläufigen Angaben der Zentralen Wahlkommission in Minsk mit 80,08 Prozent der Stimmen zu seiner sechsten Amtszeit gewählt worden. Seine nächste Herausforderin, Swetlana Tichanowskaja, kam auf 10,09 Prozent der Stimmen. Tichanowskaja erkennt ihre Niederlage nicht an: Nach Informationen ihres Wahlteams gewann sie die Wahl mit 70 bis 80 Prozent der Stimmen.

    Schon am Sonntagabend gingen landesweit Tausende Menschen auf die Straße. Die Demonstrationen waren nicht von den Behörden genehmigt. In der Hauptstadt Minsk errichteten Demonstranten Barrikaden aus Mülltonnen. Die Miliz, wie die Polizei in Weißrussland heißt, trieb die Protestierenden mit Tränengas, Wasserwerfern und Blendgranaten auseinander. Laut Angaben des Innenministeriums des Landes gibt es mindestens ein Todesopfer.

    ak/sna/dpa/sb

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    Alexander Lukaschenko, Proteste, Festgenommene, Innenministerium, Minsk, Weißrussland