14:06 29 September 2020
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    Halsweh, Fieber, Erschöpfung – was man bis vor kurzem als harmlose Erkältung abgetan hätte, können heute Anzeichen für eine Corona-Infektion sein. Um für sich selbst Sicherheit zu bekommen und andere nicht zu gefährden, kann man sich testen lassen.

    Doch wie schnell und einfach geht das? Ein Erfahrungsbericht unserer Autorin.

    Wo kann ich mich testen lassen?

    Bereits nach kurzer Google-Suche lande ich auf der Seite der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin. Diese hat knapp 30 Praxen in verschiedenen Kiezen aufgelistet, die Patienten mit Verdacht auf Covid-19 behandeln und testen.

    „Alle Covid-19-Praxen haben die nötigen Schutzmaßnahmen getroffen, und es ist sichergestellt, dass diese Patienten getrennt von nicht coronainfizierten Patienten behandelt werden“, heißt es dazu.

    An diese Praxen solle man sich wenden, wenn man typische Erkältungs- oder Grippesymptome habe, die vermuten ließen, dass man eventuell auch an Corona erkrankt sein könnte. Ein weiterer Grund sei, wenn der eigene Hausarzt geschlossen habe oder nicht über ausreichend Schutzkleidung verfüge. Oder aber, wenn man wegen der akuten Symptomatik eine Behandlung benötige. Darunter - in roter Schrift - die Warnung, dass dieses Angebot für Patienten mit entsprechenden Symptomen gelte, nicht aber für Ein- und Rückreisende aus Risikogebieten. Für diese hat die KV Berlin eine eigene Liste mit Anlaufstellen erstellt.

    Wie schnell bekomme ich einen Termin?

    Eine Praxis in der Nähe ist schnell gefunden. Das Zentrum für Infektiologie Berlin-Prenzlauer Berg ist sogar eine von den Anlaufstationen, bei denen rund um die Uhr Termine online gebucht werden können. Für die anderen gilt verpflichtend die telefonische Anmeldung. Das Ausfüllen des Formulars ist mit wenigen Klicks erledigt. Zu meiner Überraschung bekomme ich schon am nächsten Morgen einen Termin für die Covid-19-Sprechstunde. Bei den jüngst wieder deutlich gestiegenen Zahlen von Neuinfektionen keine Selbstverständlichkeit. So liegt nach Angaben des RKI Berlin-Mitte mit 28,1 Infizierten pro 100.000 Einwohner bundesweit gar auf Platz zwei, hinter dem bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau (93,5 Neuinfizierte pro 100.000).

    Wie geht der Test vonstatten?

    Wo sich die Covid-Sprechstunde befindet, sehe ich bereits von Weitem: Auf der Straße vor der Praxistür stehen etwa 25 Menschen und warten geduldig. Ich hatte erwartet, schwer hustende, vor Fieber schwitzende Patienten zu sehen, und hatte beinahe Schuldgefühle, mit meinen vergleichsweise harmlosen Wehwehchen den Betrieb aufzuhalten. Was ich vorfinde sind allerdings durchweg junge, gesund aussehende Leute, teilweise mit Kindern, die gut gelaunt, Masken tragend und Abstand haltend, auf dem Gehweg ihre Anamnese-Formulare ausfüllen. Nebenbei höre ich, dass darunter solche sind, die zwar keine Symptome haben, aber gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt sind und deswegen einen Test machen wollen. Offenbar handelt es sich bei der Praxis also um eine, die auch Ein- und Rückreisende aufnimmt. Auch ich bekomme von der geschäftig ein- und ausgehenden Sprechstundenhilfe ein solches Formular zum Ausfüllen. Neben persönlichen Daten wird darin abgefragt, ob man derzeit Symptome wie Halsweh, Husten, Atembeschwerden, Fieber oder Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn hat. Darüber hinaus wird erfragt, ob man gerade von einer Reise zurückkommt bzw. ob man geschäftlich oder aus anderen Gründen eine Reise plant, für die ein entsprechendes Attest benötigt wird. In diesem Falle sei der Test kostenpflichtig (162 Euro), heißt es.

    Nach dem Ausfüllen des Formulars und nicht einmal 10 Minuten Wartezeit werde ich ins Vorzimmer gerufen, wo ein einziger weiterer Patient wartet. Von dort geht es nach wenigen Minuten auch schon zur Ärztin. Diese wirft einen kurzen Blick auf die angekreuzten Symptome, fragt, ob ich ein Attest brauche, und schreitet dann zur Tat. Konkret heißt das: Mit einem Wattestäbchen wird ein Abstrich aus dem Rachen genommen und einer aus der Nase. Letzteres ist ein bisschen unangenehm, aber schmerzfrei und in Sekundenschnelle vorüber.

    Wie lange muss man auf das Ergebnis warten?

    Auf eine bestimmte Zeit der Ungewissheit hatte ich mich eingestellt und war positiv überrascht, als mir die Ärztin mitteilte, das Ergebnis würde am übernächsten Tag vorliegen. Sollte mein Test negativ ausfallen, würde ich eine E-Mail bekommen, erklärte sie. Bei einem positiven Test auf Covid-19 würde man mich telefonisch kontaktieren und weitere Schritte besprechen. Bis dahin legte mir die Ärztin ans Herz, mich zu isolieren und auch auf das Einkaufen, wenn möglich, zu verzichten.

    Fazit

    Der Covid-19-Test in Berlin war trotz jüngst gestiegener Zahl der Neuinfizierten schnell und problemlos zu bekommen, hat wenig Zeit in Anspruch genommen und war schmerzlos absolviert. Das Personal war freundlich und wirkte professionell, weitergehende Nachfragen zum Befinden oder Beratung fanden jedoch nicht statt – dies kann aber den vergleichsweise milden Symptomen geschuldet sein.

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