15:31 19 September 2020
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    Zum Abschluss seiner Mitteleuropa-Reise unterzeichnet US-Außenminister Mike Pompeo am Samstag in Warschau einen Vertrag über die Entsendung von 1000 zusätzlichen US-Soldaten nach Polen.

    Pompeo wird am Vormittag von Polens Staatsoberhaupt Andrzej Duda im Präsidentenpalast empfangen. Dort wird er mit seinem Kollegen Mariusz Blaszczak die Vereinbarung über die intensivierte militärische Zusammenarbeit unterschreiben.

    Der Vertrag sieht auch die Verlegung eines Teils des Hauptquartiers des V. Korps der US-Armee aus Fort Knox im US-Bundesstaat Kentucky nach Polen vor. Jeweils 200 Angehörige sollen im Rotationsprinzip einen Vorposten in dem Land besetzen. Sie sollen sich hauptsächlich mit der Kooperation mit den europäischen Nato-Partnern sowie mit der Aufsicht über die in Europa rotierenden US-Truppeneinheiten befassen. Laut dem Sprecher der polnischen Präsidialkanzlei soll der Teil des Hauptquartiers des V. Korps bereits in diesem Herbst in das Nato-Land verlegt werden.

    Derzeit sind gut 4500 US-Soldaten in Polen stationiert. Eine ständige Militärbasis gibt es aber nicht. Die nationalkonservative PiS-Regierung in Warschau möchte seit langem mehr US-Truppen in ihrem Land haben – vor allem zur Abschreckung Russlands. Moskau kritisiert die aus russischer Sicht hohe Nato-Präsenz im Osten Europas und an seinen Grenzen.

    Die USA wollen etwa 12.000 der 36.000 Soldaten aus Deutschland abziehen. Mehr als die Hälfte sollen in die USA zurückkehren, 5600 innerhalb Europas verlegt werden.

    Pompeo wird anschließend an der Feier anlässlich des 100. Jahrestages der Schlacht bei Warschau im August 1920 teilnehmen. Die von Publizisten als „Wunder an der Weichsel” bezeichnete Schlacht brachte die entscheidende Wende im polnisch-sowjetischen Krieg, der nach dem Ende des Ersten Weltkriegs entbrannt war. 

    Der US-Außenminister trifft in Warschau außerdem seinen polnischen Amtskollegen Jacek Czaputowicz. Schwerpunkt der Gespräche wird die aktuelle Situation in Belarus sein. Bei Protesten nach der Präsidentenwahl am vergangenen Sonntag gab es dort in den vergangenen Tagen rund 7000 Festnahmen. Die Sicherheitskräfte gingen brutal gegen Demonstranten vor.

    dpa

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