15:38 30 November 2020
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    Präsidentenwahl in Weißrussland (124)
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    Der ehemalige Sowjetpräsident Michail Gorbatschow hat auf einen Fehler hingewiesen, den der weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko im Laufe der Proteste gemacht hat.

    Lukaschenko hat sich an Arbeiter von Industrieunternehmen gewandt, um Unterstützung zu erhalten. Aber offenbar zu spät“, erklärte Gorbatschow gegenüber der Zeitung „Komsomolskaja Prawda“.

    Ferner betonte er, dass er selbst sich vor dem Zerfall der Sowjetunion an die Arbeiter gewandt habe. „Aber es gab die nötige Unterstützung nicht. Aber die Verantwortung den Arbeitern zuzuschieben - dazu neige ich nicht.“

    Gorbatschow fügte hinzu, dass er freiwillig das Amt des sowjetischen Präsidenten aufgegeben habe.

    „Ich bin zurückgetreten, aber nur um den Zerfall und einen inneren Krieg zu verhindern“, sagte er.

    Auf diese Weise habe man ein Blutbad und einen Bürgerkrieg verhindern können.

    Auch meint Gorbatschow, dass bei den aktuellen Protestaktionen in Weißrussland ein Einfluss aus dem Ausland zu spüren sei.

    Lage in Weißrussland

    Der seit 1994 regierende Alexander Lukaschenko ist bei der Präsidentschaftswahl am 9. August nach endgültigen Angaben der Zentralen Wahlkommission in Minsk mit 80,1 Prozent der Stimmen zu seiner sechsten Amtszeit gewählt worden. Seine nächste Herausforderin, Swetlana Tichanowskaja, kam auf 10,12 Prozent der Stimmen. Tichanowskaja erkennt ihre Niederlage nicht an: Nach Informationen ihres Wahlteams gewann sie die Wahl mit 70 bis 80 Prozent der Stimmen.

    Schon am Abend desselben Tages gingen landesweit Tausende Menschen auf die Straße. Die Demonstrationen waren nicht von den Behörden genehmigt. In der Hauptstadt Minsk errichteten Demonstranten Barrikaden aus Mülltonnen. Die Miliz, wie die Polizei in Weißrussland heißt, trieb die Protestierenden mit Tränengas, Wasserwerfern und Blendgranaten auseinander. 

    Laut dem weißrussischen Innenministerium wurden an den ersten Protesttagen mehr als 6700 Menschen festgenommen und Hunderte, darunter mindestens 120 Sicherheitskräfte, verletzt. Laut Behördenangaben kamen drei Protestteilnehmer ums Leben.

    ak/ae

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    Fehler, Michail Gorbatschow, Alexander Lukaschenko, Proteste, Weißrussland