06:18 21 September 2020
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    Meuternde Soldaten in Mali haben am Dienstag die Schließung aller Landesgrenzen und die Verhängung einer Ausgangssperre angekündigt.

    „Ab heute, dem 19. August 2020, werden alle Luft- und Bodengrenzen bis auf Weiteres geschlossen und von 21.00 bis 05.00 Uhr wird eine Ausgangssperre verhängt“, sagte der Sprecher der Rebellen, Ismael Wagh, gegenüber dem TV-Sender ORTM 1.

    Am Dienstag hatte es auf einem Militärstützpunkt unweit der Hauptstadt Bamako einen Aufstand gegeben.

    Im Laufe der Meuterei sind einem Offizier zufolge der Präsident des westafrikanischen Landes, Ibrahim Boubacar Keïta, und der Regierungschef, Boubou Cissé, festgenommen worden. Einige Stunden nach seiner Festnahme kündigte Keïta seinen Rücktritt und die Auflösung des Parlaments an.

    Der westafrikanische Staatenverbund Ecowas verurteilte die Meuterei am Abend und rief zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung auf. Später beschloss der Ecowas, zu dem 15 Länder gehören, die Grenzen zu Mali zu schließen und die wirtschaftlichen Transaktionen mit dem Land einzustellen.

    Mali steckt seit Monaten in einer politischen Krise. Die Opposition im Lande fordert den Rücktritt von Präsident Keïta. Seine Beliebtheit war angesichts von Vorwürfen rund um Korruption und Wahlmanipulationen stark gesunken. Zudem wird er dafür kritisiert, die Gefahr durch den islamistischen Terror nicht in den Griff zu bekommen. Jüngst ist es immer wieder zu großen, teilweise gewalttätigen Protesten in dem Land gekommen. Westafrikanische Staatschefs hatten daraufhin versucht, zwischen Keïta und dem Anführer der Protestbewegung, Imam Mahmoud Dicko, zu vermitteln.

    Außerdem sind in Mali sowie in anderen Ländern der Sahelzone etliche islamistische Terrorgruppen aktiv, einige haben dem Islamischen Staat (IS)* oder Al-Kaida die Treue geschworen. Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International zeigen sich über die steigende Gewalt zunehmend besorgt. Rund 250.000 Menschen wurden aufgrund anhaltender Angriffe allein in Mali bereits vertrieben.

    In dem Land sind auch deutsche Soldaten als Teil der UN-Stabilisierungsmission Minusma sowie der EU-Ausbildungsmission EUTM Mali im Einsatz. Jüngst stimmte der Bundestag mit großer Mehrheit für eine Ausweitung der Beteiligung deutscher Soldaten an der EUTM-Mission.

     *Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten

    sm/ae

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    Tags:
    Grenzen, Schließung, Rebellen, Mali