14:26 25 September 2020
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    Im Streit um die Fertigstellung der deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 2 warnt die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern vor einem Nachgeben. Deutschland und Europa dürften sich nicht vorschreiben lassen, auf welchem Weg sie ihre Energie beziehen, sagt Manuela Schwesig (SPD).

    Mecklenburg-Vorpommern halte an dem Projekt fest, sagte Schwesig der Wirtschaftswoche. „Wir brauchen jetzt das klare Signal, dass Deutschland und Europa sich in dieser Frage nicht erpressen lassen“.

    Die Pipeline, durch die Erdgas direkt aus Russland nach Deutschland strömen soll, kommt in Mecklenburg-Vorpommern an.

    „Es kann nicht sein, dass man uns in Deutschland und in Europa vorschreibt, woher und auf welchem Weg wir unsere Energie beziehen“, sagte die Ministerpräsidentin.

    Sie warnte, dass das irgendwann Blüten treibe, wenn solche Einmischungen zugelassen würden. „Wer garantiert, dass der nächste Schritt dann nicht darin besteht, uns vorzuschreiben, welche Autos wir nutzen dürfen? Das geht gar nicht.“

    Das durch Nord Stream fließende Gas sei „unverzichtbar für den Übergang auf dem Weg zur erneuerbaren Energie“, sagte sie. Deutschland sei „richtigerweise“ dabei, aus der Atomkraft und der Kohle auszusteigen.

    Nord Stream 2 umfasst den Bau von zwei Strängen von der russischen Küste durch die Ostsee nach Deutschland. Die Hälfte der geplanten Gesamtkosten von 9,5 Milliarden Euro trägt der russische Staatskonzern Gazprom. Die andere Hälfte finanzieren fünf europäische Energieunternehmen: Wintershall Dea, OMV sowie Uniper, Royal Dutch Shell und Engie.

    Die Rohrleitung ist zu 94 Prozent fertig. Von den 2460 Kilometern fehlen nur noch gut 150 - etwa 120 in dänischen und mehr als 30 in deutschen Gewässern. Der Bau war im Dezember unterbrochen worden, nachdem US-Präsident Donald Trump Sanktionen gegen an dem Projekt beteiligte Unternehmen ermöglicht hatte. Daraufhin stieg die Schweizer Firma Allseas, die zwei Schiffe zur Verlegung der Rohre stellte, aus dem Projekt aus. Im Juli drohte US-Außenminister Mike Pompeo eine Ausweitung der Sanktionen an, die auch deutsche Unternehmen treffen könnte.

    leo/ae

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    Tags:
    Ostsee, Ostsee-Pipeline, Erdgas, Russland, Sanktionen, USA, Mecklenburg-Vorpommern, Nord Stream 2, Nord Stream, SPD, Manuela Schwesig