22:32 19 September 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    Präsidentenwahl in Weißrussland (108)
    364130
    Abonnieren

    Die ehemalige weißrussische Präsidentschaftskandidatin Swetlana Tichanowskaja hat eine neue Videobotschaft verbreitet, in der sie an den EU-Rat appelliert.

    In ihrer Ansprache rief Tichanowskaja die EU-Spitzen dazu auf, die Ergebnisse der jüngsten Präsidentschaftswahlen in Weißrussland nicht anzuerkennen.

    Darüber hinaus sagte sie: „Die Menschen, die auf Straßen der Städte von ganz Weißrussland gegangen sind, um ihre Stimmen zu verteidigen, wurden hart geschlagen, verhaftet und von einem Regime gefoltert, das sich krampfhaft an die Macht klammert.“ Die Politikerin betonte, dass es Hunderte Verletzte und mindestens zwei Todesopfer gebe. „Dies geschieht gerade mitten in Europa“.

    Laut ihren Aussagen wird der Nationale Koordinierungsrat des Landes faire und demokratische Präsidentschaftswahlen unter Beteiligung internationaler Beobachter ankündigen.

    „Ich rufe alle Staaten dazu auf, die Prinzipien des internationalen Rechts zu respektieren. Ich rufe dazu auf, die Souveränität der Republik Belarus und die Wahl der weißrussischen Bevölkerung zu respektieren.“

    EU-Ratspräsident Charles Michel hatte am Montag einen EU-Sondergipfel einberufen, um über die Lage in Weißrussland nach den Präsidentschaftswahlen am 9. August zu beraten. „Die EU ist der Auffassung, dass die Wahlen weder frei noch fair waren. Aus glaubwürdigen Berichten nationaler Beobachter geht hervor, dass der Wahlprozess nicht den internationalen Standards entsprach, wie sie von einem Teilnehmerstaat der OSZE zu erwarten sind“, lautet es auf der Webseite der EU-Kommission.

    Situation in Weißrussland

    Der seit 1994 regierende Alexander Lukaschenko ist bei der Präsidentschaftswahl am 9. August nach endgültigen Angaben der Zentralen Wahlkommission in Minsk mit 80,1 Prozent der Stimmen zu seiner sechsten Amtszeit gewählt worden. Seine nächste Herausforderin, Swetlana Tichanowskaja, kam auf 10,12 Prozent der Stimmen. Tichanowskaja erkennt ihre Niederlage nicht an: Nach Informationen ihres Wahlteams gewann sie die Wahl mit 70 bis 80 Prozent der Stimmen.

    Schon am Abend desselben Tages gingen landesweit Tausende Menschen auf die Straße. Die Demonstrationen waren nicht von den Behörden genehmigt. In der Hauptstadt Minsk errichteten Demonstranten Barrikaden aus Mülltonnen. Die Miliz, wie die Polizei in Weißrussland heißt, trieb die Protestierenden mit Tränengas, Wasserwerfern und Blendgranaten auseinander. Laut Behördenangaben wurden Hunderte, darunter mindestens 120 Sicherheitskräfte, verletzt. Drei Protestteilnehmer sollen ums Leben gekommen sein.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Präsidentenwahl in Weißrussland (108)

    Zum Thema:

    Unbekannte schicken Trump Paket mit Rizin – CNN
    „Russland wird Atomwaffen nur anwenden, falls ...“ – Politikmagazin über aktuelle Nuklear-Strategien
    „Machen uns sehr angreifbar“: CSU-Urgestein und Rechtsanwalt Gauweiler zum Fall Nawalny – Exklusiv
    Tags:
    Ergebnisse, EU-Rat, Präsidentschaftswahl, Videobotschaft, Swetlana Tichanowskaja, Weißrussland