16:20 18 September 2020
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    Schiffe der russischen Kriegsmarine haben die Rohrlegeschiffe, die am Bau von Nord Stream 2 beteiligt sind, begleitet. Dies teilte der stellvertretende Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Mikhail Popow, am Mittwoch mit.

    „Die Anwesenheit (der Kriegsmarine – Anm.d.Red.) hat es ermöglicht, feindliche Aktionen von Schiffen ausländischer Flotten zu vermeiden. Ihr Interesse an dieser Maßnahme war groß“, sagte Popow.

    Die Rede ist von dem Rohrleger „Akademik Cherskiy“ sowie von den Versorgungsschiffen „Ostap Sheremet“ und „Ivan Osipenko“ , die auf dem Weg von Wladiwostok nach Kaliningrad in diesem Frühjahr waren.

    Die „Akademik Chersky“ traf am 8. Mai im deutschen Hafen Mukran ein. Im Februar hatte das Schiff den russischen Pazifik-Hafen Nachodka verlassen und war nach Singapur gefahren. Unterwegs änderte das Verlegeschiff jedoch wiederholt seine Route.

    Auch die unter russischer Flagge fahrende Rohrlegebarge „Fortuna“ des Pipelinebauers MRTS ist längst in Mukran vor Ort. Anfang August war aber bekannt geworden, dass der Pächter des Rohrlegekahns nicht in das Projekt einsteigen werde.

    Für den Fertigbau der Exportpipeline Nord Stream 2, die von US-Sanktionen belegt ist, wird MRTS die ‚Fortuna‘ nicht zur Verfügung stellen“, sagte ein Unternehmenssprecher der russischen  Nachrichtenagentur  RBK. Zugleich räumte er ein, dass MRTS nie Eigentümer des Kahns gewesen sei.

    Nord Stream 2 umfasst den Bau von zwei Strängen von der russischen Küste durch die Ostsee nach Deutschland. Die Hälfte der geplanten Gesamtkosten von 9,5 Milliarden Euro trägt der russische Staatskonzern Gazprom. Die andere Hälfte finanzieren fünf europäische Energieunternehmen: Wintershall Dea, OMV sowie Uniper, Royal Dutch Shell und Engie.

    Die Rohrleitung ist zu 94 Prozent fertig. Von den 2460 Kilometern fehlen nur noch gut 150 - etwa 120 in dänischen und mehr als 30 in deutschen Gewässern. Der Bau war im Dezember unterbrochen worden, nachdem US-Präsident Donald Trump Sanktionen gegen an dem Projekt beteiligte Unternehmen ermöglicht hatte. Daraufhin stieg die Schweizer Firma Allseas, die zwei Schiffe zur Verlegung der Rohre stellte, aus dem Projekt aus. Im Juli drohte US-Außenminister Mike Pompeo eine Ausweitung der Sanktionen an, die auch deutsche Unternehmen treffen könnte.

    sm/gs

     

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    Tags:
    Rohrleger "Akademik Cherskiy", Kriegsmarine, Nord Stream 2