16:55 18 September 2020
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    Helmut Hubacher, langjähriger Präsident der Sozialdemokratischen Partei Schweiz (SP), ist am Mittwoch verstorben. Im Alter von 94 erlag er an den Folgen einer schweren Krankheit. Hubacher veränderte die SP grundlegend und wird noch heute von vielen Schweizer Politikern und Privatpersonen zutiefst dafür bewundert.

    Helmut Hubacher war jahrelang eine der prägendsten Figuren für die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP). Er veränderte in seiner Zeit als Politiker nicht nur die Ausrichtung der SP, sondern wird von vielen Schweizer als „Urvater“ oder „Altmeister der Politik“ angesehen. Sogar der Spitzname „Der Schweizer Willy Brandt“ hatte sich für den ehemaligen SP-Präsidenten eingebürgert. 34 Jahre seines Lebens verbrachte Hubacher damit, für die SP im Bundeshaus einzustehen – von 1963 bis 1997. In diesem Zeitraum war Hubacher 15 Jahre lang Präsident der Sozialdemokraten (1975-1990). Doch auch nach seiner Zeit als Nationalrat und Präsident blieb er aktiv in der Politik und teilte seine Meinung stets offen mit. Bis vor wenigen Wochen schrieb er noch mit 94 Jahren Kolumnen für die Schweizer Zeitungen „Blick“ und die „Basler Zeitung“.

    ​Leben und Politischer Werdegang

    Hubacher ist 1926 in Krauchthal (Bern) geboren, als ein Kind einer Arbeiterfamilie. Nach einer Beamtenlehre bei der SBB (Schweizer Bundesbahn), arbeitete Hubacher zunächst als Stationsbeamter und anschließend lange als Gewerkschaftssekretär. Schon in frühen Jahren fing er an, sich für die Sozialdemokratie einzusetzen. Auch lernte er beispielsweise auch in den 1940er-Jahrne seine künftige Frau bei den Basler Jungsozialisten kennen.

    1947 trat der gebürtige Berner schließlich der Sozialdemokratischen Partei bei und 1963 für den Kanton Basel-Stadt in den Nationalrat ein. Von 1956 bis 1968 war er in Basel als Großrat tätig – also als Mitglied des Kantonsparlaments. Anschließend trat er 1975 seine Stelle im Präsidium der Partei an, in der er 15 Jahre lang fungierte bis 1990.

    Außerdem war Hubacher bekannt für seine schriftstellerischen Tätigkeiten. Im Jahr 1963 wurde er zum Chefredakteur der „Basler Arbeiter-Zeitung“ (Basler AZ) ernannt, und einige Jahre später 1970 der Chefredakteur des gesamten AZ-Rings zu werden. Zudem schaffte er es mit seinem Buch „Tatort Bundeshaus“ monatelang den Platz eins der Schweizer Sachbuch-Beststellerlisten zu besetzen 1994.

    Geschätzter Kollege

    Politisch gesehen war Hubacher nie zu schüchtern, um seine Meinung offen preis zu geben. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt der „Urvater der Politik“ für seine Kritik an der Armeepolitik. Zahlreiche Rüstungsvorlagen wurden von ihm unter Beschuss genommen. Doch nicht nur das Eidgenössische Militär beschäftigte ihn. Dass die damalige Arbeiterpartei sich in eine neue Linke Partei der Mittelschicht umgewandelt hat, ist ebenfalls Hubacher zu verdanken. Bereiche wie Umweltschutz, Atomkraft oder Gleichberechtigung flossen nun in die Kernthemen der Partei ein – zu Ungunsten der bürgerlichen Politiker und dem konservativen Flügel der SP.

    Mitglieder der Sozialdemokratische Partei schrieben am Donnerstag mehrere Meldungen auf Sozialen Netzwerken, welche die Erfolge und enorme Bedeutung von Hubacher für die Sozialdemokraten festhielten. Neben dem offiziellen SP-Twitter-Account, auch der SP-Bundesrat und Gesundheitsminister Alain Berset.

    ​Auch die Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Zuständige für das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek), schrieb auf ihre sozialen Netze. Sie widmete ihm ebenfalls ein paar schöne Worte, seine Vergangenheit und Taten ehrend. 

    lm

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    Tags:
    Sozialdemokraten, Sozialdemokratische Partei, Schweiz, Politik