20:30 24 November 2020
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    Die Bundesregierung setzt sich weiterhin für eine bestmögliche medizinische Versorgung des möglicherweise vergifteten russischen Regimekritikers Alexey Nawalny ein.

    „Die wichtigste Priorität ist natürlich, dass das Leben von Herrn Nawalny gerettet werden kann und dass er genesen kann”, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin.

    „Wir wünschen, dass ihm jede medizinische Hilfe, die ihn hoffentlich retten kann, auch zukommt”, so Seibert.

    Nawalny war laut seiner Sprecherin am Donnerstagmorgen mit Vergiftungserscheinungen in ein Krankenhaus im russischen Omsk gebracht worden, nachdem er auf einem Flug von Sibirien nach Moskau das Bewusstsein verloren hatte. Nach Angaben von Nawalnys Team wurde in seinem Körper ein vermutlich „tödliches Mittel” gefunden. Die Ärzte fanden nach eigenen Angaben aber kein Gift bei dem 44-Jährigen.

    Der Vizechef des Omsker Krankenhauses, Anatoli Kalinitschenko, informierte darüber, dass in Nawalnys Blut und Urin derzeit kein Gift oder Spuren davon entdeckt worden seien.

    „Wir sprechen derzeit von unterschiedlichen Möglichkeiten einer Vergiftung. Bei jenen Untersuchungen, die durchgeführt wurden, wurde kein Gift im Blut oder im Urin gefunden.“

    Noch am Donnerstag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angeboten, dass Nawalny in deutschen Krankenhäusern behandelt werden könnte. Ein Spezialflugzeug, das ihn von Omsk nach Berlin zur Charité bringen soll, war am frühen Freitagmorgen aus Deutschland gestartet. Nawalnys Ärzte halten ihn aber nicht für transportfähig.

    Aus dem Umfeld Nawalnys gebe es den Vorschlag, dass auch Ärzte seines Vertrauens einbezogen werden sollten, um zu klären, ob er transportfähig ist, sagte Seibert.

    „Das findet die Bundesregierung nachvollziehbar”, so Seibert. Der schwere Verdacht einer Vergiftung stehe im Raum. „Die Umstände des Falles müssen vollständig und transparent aufgeklärt werden”, so Seibert weiter.

    Die Bundesregierung beobachte den Umgang in Russland mit Oppositionskräften sehr genau.

    Arzt nennt vorläufige Diagnose von Nawalny

    Die Hauptarbeitsdiagnose von Nawalny sei eine Stoffwechselstörung, die ein drastisches Absinken des Blutzuckerspiegels verursacht habe, erklärte der Chefarzt Alexander Murachowski.

    Örtliche Intensivmediziner unternehmen zusammen mit Kollegen aus dem Moskauer Burdenko- und dem Pirogow-Krankenhaus der russischen Hauptstadt alles Menschenmögliche, damit Alexej Nawalny wieder aus dem Koma erwacht.

    Zuvor hatte die TV-Moderatorin und ehemalige  russische Präsidentschaftskandidatin Xenia Sobtschak unter Berufung auf eine Quelle im Omsker Krankenhaus auf ihrem Telegram-Kanal geschrieben, dass bei dem Oppositionspolitiker Nawalny ein Diabetes-Verdacht bestehe. „Meine Quelle im Krankenhaus: ,Es gibt bislang keine eindeutige Diagnose. Aber man tendiert zu Diabetesʻ“, hieß es.

    ai/ak/dpa/sna

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    Tags:
    Bundesregierung, Steffen Seibert, Alexej Nawalny, Deutschland, Russland