09:07 30 September 2020
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    Präsidentenwahl in Weißrussland (119)
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    Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko hat am Freitag die Bereitschaft bekundet, bei Verhandlungen zwischen dem französischen Staatschef Emmanuel Macron und den „Gelbwesten“ als „Vermittler“ aufzutreten. Damit reagierte er auf Macrons Aussage, dass die EU zu einer Vermittlung in Weißrussland bereit sei.

    "Macron will bei den Verhandlungen in Weißrussland vermitteln. Lassen Sie mich zuerst kommen und Vermittler zwischen den ‚Gelbwesten‘ und Macron werden. Oh, was es da bloß für eine Lage gibt, Gott bewahre…“, sagte Lukaschenko. Das entsprechende Video wurde am Freitag vom Telegram-Kanal „Pul 1“ veröffentlicht.

    Ferner betonte Lukaschenko, dass „der große Freund des weißrussischen Volkes“ US-Außenminister Mike Pompeo vor kurzem ebenfalls einen Kommentar „vom Stapel gelassen hat“.

    "Sie sollen dort zuerst einmal selbst alles regeln. Warum machen sie sich (der Westen – Anm. d. Red.) Sorgen?  Die Deutschen kommen mit dem Coronavirus nicht zurecht, es gibt Demos. Warum machen sie sich Sorgen um Weißrussland? Dies ist ein bequemer Fall, um die Aufmerksamkeit von eigenen Problemen abzulenken und umzuleiten. Wir sehen dies“, so der Staatschef.

    Am Donnerstag hatte Macron nach einem Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt, dass die EU bereit sei, zum Dialog zwischen den Behörden Weißrusslands und den Bürgern beizutragen, falls die Weißrussen selbst diese Vermittlung wünschen würden.

    Massenproteste in Weißrussland

    Die Massenproteste in Weißrussland hatten am 9. August,  nach der Präsidentschaftswahl begonnen, bei der sich Lukaschenko zum sechsten Mal in Folge zum Wahlsieger hatte ausrufen lassen. Nach Angaben der weißrussischen Wahlbehörde kam der seit 1994 regierende Lukaschenko auf 80,1 Prozent der Stimmen. Die führende Oppositionskandidatin, Swetlana Tichanowskaja, erhielt 10,12 Prozent.

    Allerdings erkennt sie ihre Niederlage nicht an: Laut ihrem Wahlkampfteam gewann sie die Wahl mit 70 bis 80 Prozent der Stimmen. Schon spät am Wahltag gingen landesweit Tausende Menschen auf die Straße. Die Demonstrationen waren nicht von den Behörden genehmigt.

    In der Hauptstadt Minsk errichteten Demonstranten Barrikaden aus Mülltonnen. Die Miliz (Polizei in Weißrussland- Anm. d. Red.) trieb zuerst nach eigenen Angaben die Protestierenden mit Tränengas, Wasserwerfern und Blendgranaten auseinander, verzichtete aber später auf solche Methoden.

    Laut Angaben des Innenministeriums des Landes wurden bei den Massenunruhen Hunderte Menschen, darunter auch mehr als 120 Sicherheitskräfte, verletzt. Mindestens drei Protestierende sollen ums Leben gekommen sein.   

    ns/sna/gs    

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    Tags:
    Angela Merkel, Proteste, Swetlana Tichanowskaja, Emmanuel Macron, Alexander Lukaschenko, Weißrussland