07:19 30 September 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    Präsidentenwahl in Weißrussland (119)
    2823910
    Abonnieren

    Der Präsident von Belarus, Alexander Lukaschenko, hat während seines Besuchs in der weißrussischen Stadt Grodno am Samstag erklärt, dass sich die Ereignisse im Land nach dem Szenario einer Farbrevolution entwickeln. Überdies verwies er auf einen äußeren Faktor, berichtet die staatliche Agentur Belta.

    „Wie wir erwartet haben, läuft alles nach dem Szenario der Farbrevolutionen, indem die innenpolitische Lage im Land angeheizt wird. Die Originalität und Besonderheit der Situation besteht darin, dass ein äußerer Faktor hinzukommt, was nicht immer der Fall ist. Üblicherweise wird so etwas im Inneren zum Rollen gebracht und die amtierende Regierung gestürzt. Da aber die Behörden vorhanden sind und vehement Widerstand leisten (und nicht nur leisten, sondern auch die Situation unter Kontrolle behalten), wurde ein äußerer Faktor eingeschaltet“, argumentierte Lukaschenko. 

    Ihm zufolge hätten die Rivalen das Ziel, weißrussische Militärs und Strafverfolger zu dezentralisieren, von der inneren Situation abzulenken und an der Außengrenze zu konzentrieren. Er fügte hinzu, dass in der Gesellschaft gleichzeitig Proteststimmungen und Bandenkriminalität auf den Plan gerufen würden. 

    „Sie sehen, dass sie bereits einen alternativen Präsidenten hierherschleppen, sie meinen es ernst, da Finanzierungs- und Unterstützungszusagen der westlichen Staaten eingehen. Eine militärische Unterstützung liegt auf der Hand – die Bewegung der Nato-Truppen an die Grenzen. Sie alle streben danach, angeblich einen neuen Präsidenten hierher zu bringen. Er (das „alternative“ Staatsoberhaupt – Anm. d. Red.) richtet sich zum Schutz der Bevölkerung an die Weststaaten, gegebenenfalls an die Nato. Ihre Truppen marschieren ein – und sie können Weißrussland ein Ende setzen“, wurde Lukaschenko zitiert. 

    Er betonte außerdem, dass das Vorgehen sowie entsprechende Erklärungen vonseiten der Weststaaten eine direkte Einmischung in Weißrussland seien. 

    Proteste nach Lukaschenkos Wahlsieg

    Gleich nach den Präsidentschaftswahlen in Weißrussland am 9. August hatte die Opposition mit landesweiten Massenprotestaktionen begonnen. Die Gegner des amtierenden Staatschefs Alexander Lukaschenko, für den dieser Wahlsieg bereits der sechste in Folge war, wollen seine Wiederwahl nicht anerkennen. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission konnte Lukaschenko 80,1 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen. Die Opposition glaubt, dass seine Herausforderin Swetlana Tichanowskaja die Wahl gewonnen hat.

    In den ersten Tagen der Proteste wurden die Demos von Sicherheitskräften unterdrückt, die Tränengas, Wasserwerfer, Lärmgranaten und Gummigeschosse gegen die Demonstranten einsetzten. Später sahen die Ordnungskräfte davon ab, die Protestierenden auseinanderzutreiben und gewaltsame Methoden anzuwenden.

    Nach offiziellen Angaben wurden in den ersten Tagen mehr als 6700 Menschen während der Proteste festgenommen. Laut dem Innenministerium wurden bei den Unruhen Hunderte Menschen verletzt, darunter mehr als 120 Strafverfolgungsbeamte. Mindestens drei Demonstranten starben.

    ao/ae

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Präsidentenwahl in Weißrussland (119)

    Zum Thema:

    Jerewan: Türkisches Kampfflugzeug schießt Su-25 armenischer Luftwaffe ab – Ankara dementiert
    Im Falle türkischer Einmischung: Armenien verspricht „Iskander“-Raketen einzusetzen
    Dieses Land könnte den Ölmarkt crashen
    Tags:
    Einmischung, Revolution, Alexander Lukaschenko, Weißrussland