22:10 30 September 2020
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    Präsidentenwahl in Weißrussland (119)
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    Der litauische Präsident Gitanas Nauseda hat die Beschuldigungen des weißrussischen Staatschefs Alexander Lukaschenko zurückgewiesen. Laut diesen sollen die benachbarten Nato-Länder eine Revolution in Weißrussland geplant haben.

    „Das Regime versucht, die Aufmerksamkeit um jeden Preis von den internen Problemen Weißrusslands abzulenken, indem es völlig unbegründete Aussagen über eingebildete externe Bedrohungen macht“, sagte Nauseda in Vilnius am Sonntag der Agentur BNS.

    Der ukrainische Staatschef Wladimir Selenski äußerte gegenüber dem TV-Sender Euronews, dass er an Stelle des weißrussischen Präsidenten Neuwahlen um das höchste Staatsamt ansetzen würde – dies, damit die Krise im Land nachlässt.

    Lukaschenko steht seit 26 Jahren an der Macht und hat sich trotzdem am 9. August – bei der Präsidentschaftswahl - erneut als Präsident des Landes ausrufen lassen – dies mit 80 Prozent der Stimmen.

    Lukaschenko wird eines Wahlbetrugs beschuldigt. Streiks und Massenproteste gegen ihn finden seit dieser Zeit statt.

    Der Politiker, der als „letzter Diktator Europas“ kritisiert wird, hatte am Samstag die Armee in volle Gefechtsbereitschaft versetzt.

    Einen solchen Schritt begründete der Staatschef mit der angeblichen Bedrohung seines Landes durch die Nato-Staaten Litauen und Polen. Er sei der Ansicht, dass die Unruhen von dort ausgehen und gesteuert würden. An der Westgrenze des Landes gebe es nach Lukaschenkos Behauptungen Nato-Truppenbewegungen, die gegen Weißrussland gerichtet seien.

    Allerdings legte er keine Beweise dafür vor. Polen wies diese Vorwürfe auch zurück.

    Lukaschenkos Gegenspielerin, Swetlana Tichanowskaja, nannte diese Warnungen eine "übliche Einschüchterung der Menschen“.

    „Es ist ein Schritt, an den die Menschen in Belarus bereits gewöhnt sind“, sagte sie in einem Interview mit der Agentur BNS.
    „Aber die Belarussen haben keine Angst mehr und sind bereit, ihre Rechte zu verteidigen. Niemand glaubt mehr dem Präsidenten.“

    Tichanowskaja befürchtet, Lukaschenko könnte eine Militärdiktatur einführen. Allerdings zeigt sich die Opposition vom Wahlsieg der Tichanowskaja überzeugt.

    Belarus – die Ex-Sowjetrepublik – rüstete sich am Sonntag für weitere Proteste der Gegner Lukaschenkos.

    Eine Woche zuvor demonstrierten Hundertausende Menschen in Minsk und auch im gesamten Land gegen die Diktatur und für Freiheit. Dabei kündigten auch die Anhänger von Lukaschenko ihre Demonstrationen an.

    ek/mt/dpa

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    Gitanas Nausėda, Massenproteste, Freiheit, Diktatur, Alexander Lukaschenko, Polen, Litauen, Weißrussland