15:22 25 September 2020
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    Polen hat den Vorwurf des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko zurückgewiesen, die territoriale Integrität seines Landes zu bedrohen.

    Polen beabsichtige nicht, die territoriale Integrität Weißrusslands zu verletzten, erklärte Krzysztof Szczerski, der außenpolitische Berater des polnischen Präsidenten Andrzej Duda, am Samstag gegenüber der Polnischen Presseagentur (PAP).

    Die Souveränität aller Staaten sei eine Grundlage des internationalen Rechts, für das sich Polen stets einsetze, sagte Szczerski.

    „Es betrübt und verwundert uns daher, dass in der Propaganda der Führung Weißrusslands suggeriert wird, Polen habe die Absicht, die territoriale Integrität dieses Landes zu verletzen“, so der Berater. Sein Land habe niemals solche Absichten gehegt und hege sie auch jetzt nicht, betonte Szczerski. „Ganz im Gegenteil, wir rufen alle Staaten auf, die Souveränität Weißrusslands nicht zu beeinträchtigen.“

    Lukaschenko hatte am Samstag bei einem Besuch beim Militär in der Nähe von Grodno vor einer Revolution gewarnt und erklärt, man sehe eine Bewegung von NATO-Streitkräften in Polen und Litauen in unmittelbarer Nähe der weißrussischen Grenzen. Der weißrussische Präsident warf westlichen Staaten direkte Einmischung in die Angelegenheiten seines Landes vor. Lukaschenko zufolge stecken westliche Nachbarn hinter den jetzigen Protestaktionen in der Republik. 

    Bei einer weiteren Kundgebung vor Anhängern in Grodno sagte er: „Manche reiben sich schon die Hände und erinnern sich an ihre ‚Ostgebiete’, wo alles Weißrussische verboten war.“ Lukaschenko spielte damit darauf an, dass zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg ein Teil des heutigen Weißrusslands an Polen angegliedert war.

    Am 9. August fanden in Weißrussland Präsidentenwahlen statt, bei denen Lukaschenko mit 80,1 Prozent der Stimmen einen klaren Sieg errungen hat. Seine Gegenkandidatin, die Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja, kam auf etwas mehr als zehn Prozent. Die Wahlergebnisse gaben Anlass zu anhaltenden Protesten im Land. Die Opposition fordert Neuwahlen. Die EU-Länder, Kanada und die USA haben die Wahlergebnisse nicht anerkannt und drohen mit Sanktionen. 

    ls/mt/dpa

     

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    Tags:
    Alexander Lukaschenko, Krzysztof Szczerski, Andrzej Duda, Weißrussland, Polen