15:52 19 September 2020
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    Das russische Außenministerium hat am Dienstag ein Statement zum Fall um die plötzliche Erkrankung des russischen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny veröffentlicht.

    In dem auf der offiziellen Webseite des Amtes erschienenen Schreiben wird das Treffen zwischen dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und dem US-Vizeaußenminister Stephen Biegun erwähnt, das früher am Dienstag in Moskau abgehalten worden war. Nawalnys Gesundheitszustand war unter den Themen der Gespräche.

    „(…) Die amerikanische Seite wies auf Folgendes hin: dass ‚sollte die Version über seine (Nawalnys – Anm. d. Red.) Vergiftung wegen dessen oppositioneller Tätigkeit bestätigt werden, wird Washington Maßnahmen treffen, gegen die die Reaktion der amerikanischen Gesellschaft auf die russische Einmischung in die Präsidentenwahlen 2016 in den USA verblassen‘ werde.“

    Moskau habe dann auf die „Unzulässigkeit unbegründeter Beschuldigungen“ hingedeutet und betont, dass Russlands Behörden „für eine maximal sorgfältige und objektive Ermittlung des Geschehenen“ plädieren.

    „Wir finden die in westlichen Hauptstädten gegen Omsker Ärzte ausgesprochenen Beschuldigungen wegen eines Versuchs, die ‚Wahrheit zu vertuschen‘, zutiefst beleidigend“, so das Außenamt.

    Die russischen Mediziner hätten ihren deutschen Kollegen alle Angaben zu Nawalnys Zustand übergeben.

    „Hoffentlich werden auch deutsche Ärzte eine gleichermaßen professionelle Herangehensweise anwenden und eine Benutzung von Ergebnissen ihrer Laboruntersuchungen zu jeglichen politisierten Zwecken nicht zulassen.“

    Washington und Brüssel hätten „mit einer verdächtigen Eile“ die Version einer absichtlichen Vergiftung Nawalnys verbreitet. Moskau habe sich wiederum bereit erklärt, „offen, unbefangen und mit tatsächlich bestätigten Fakten am Tisch“ sowohl die Situation um Nawalny als auch die „sogenannten Causa A.W. Litwinenko und der Skripals“ zu betrachten.

    Russisches Parlament will im Fall Nawalny Ordnungshüter kontaktieren

    Der Ausschuss der Staatsduma (Russlands Parlamentsunterhaus), der für Sicherheit und Korruptionsbekämpfung zuständig ist, will laut seinem Chef Wassili Piskarjow im Zusammenhang mit der plötzlichen Erkrankung des russischen Bloggers Alexej Nawalny Auskünfte bei den Strafverfolgungsbehörden beantragen.

    „Es gibt Gründe zu der Annahme, dass das Geschehnis mit Nawalny ein Versuch der ausländischen Einmischung sein könnte, um das Leben und die Gesundheit des russischen Staatsbürgers zu gefährden sowie um Spannungen im unserem Land zu schaffen.“

    Fall Nawalny

    Alexej Nawalny, einer der bekanntesten Oppositionellen Russlands und Blogger, befand sich am Montag weiterhin im künstlichen Koma. Sein Zustand wird als schwer bezeichnet, es besteht jedoch keine akute Lebensgefahr.

    Der Mann war am Donnerstagmorgen von Tomsk nach Moskau unterwegs. Während des Fluges soll er sich plötzlich sehr schlecht gefühlt haben, woraufhin das Flugzeug umgehend in der Stadt Omsk notgelandet ist. Nawalny soll noch an Bord das Bewusstsein verloren haben.

    Das Umfeld von Nawalny geht von einer Vergiftung aus. Der stellvertretende Leiter des Omsker Krankenhauses, Anatoli Kalinitschenko, teilte mit, dass in Nawalnys Blut und Urin kein Gift oder Spuren davon entdeckt worden seien. Die Omsker Ärzte gaben als vorläufige Diagnose eine Stoffwechselstörung an. Diese soll ein drastisches Absinken des Blutzuckerspiegels verursacht haben.

    Am Samstag wurde Nawalny per Flugzeug in die Berliner Charité überführt, das BKA überwacht das Gebäude.

    mo/mt/sna

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