05:10 01 Dezember 2020
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    Präsidentenwahl in Weißrussland (124)
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    An den Protesten am Dienstagabend in Weißrussland haben nach Angaben des Innenministeriums knapp 4800 Menschen teilgenommen. Es gebe 51 Festnahmen.

    „Gestern, am 25. August, hat im Land eine Reihe von gesellschaftlich-politischen Massenveranstaltungen stattgefunden. In diesem Zusammenhang hat das Innenministerium die nötigen Maßnahmen zur Gewährleistung von Ordnung und Sicherheit ergriffen. 48 Herde politischer Aktivitäten von Bürgern wurden registriert“, heißt es in einer Mitteilung, die auf der Webseite des Ministeriums veröffentlicht wurde.  

    Es wurde darauf verwiesen, dass mindestens 16.750 Menschen Teil der Veranstaltungen zur Aufrechterhaltung von Frieden, Sicherheit und Ruhe gewesen seien. Besonders aktiv seien die Menschen in den Gebieten Brest und Grodno sowie in Minsk und im gleichnamigen Gebiet gewesen.

    „Die zahlenmäßige Stärke der Protestaktionen, die in verschiedenen Regionen der Republik stattfanden, hat die Marke von 4800 Menschen nicht übertroffen. Die meisten Protestierenden gab es in Minsk, Brest und Molodechno (im Gebiet Minsk – Anm. d. Red.). In der Hauptstadt wurden tagsüber nicht genehmigte Veranstaltungen vor dem Gebäude des Bildungsministeriums und am Abend auf dem Unabhängigkeitsplatz gemeldet“, hieß es vonseiten des Innenministeriums.

    Unter anderem berichtete die Behörde über die Zahl der Festnahmen während der nicht genehmigten Veranstaltungen. Insgesamt seien landesweit 51 Menschen wegen Ordnungswidrigkeiten festgenommen worden, heißt es.

    So habe sich eine „Unterstützungsgruppe“ aus Arbeitern der Düngerfabrik „Grodno Azot“ vor dem Gebäude des Oktjabrski-Polizeireviers versammelt. Einige Aktionsteilnehmer seien wegen der Teilnahme an einer nicht genehmigten Massenveranstaltung festgehalten und dann nach der Fertigstellung der administrativen Protokolle wieder freigelassen worden.

    Menschenrechtler berichten von 40 Festnahmen  

    Indes berichteten Menschenrechtsorganisationen über 40 Festnahmen wegen der Teilnahme an nicht genehmigten Protestaktionen am Dienstag in verschiedenen Regionen Weißrusslands. 

    Wie das Menschrechtszentrum „Wesna“, das nicht von den Behörden der Republik registriert ist, auf seiner Webseite mitteilte, seien nach einer nicht genehmigten Aktion der Opposition am Dienstag im Raum des Unabhängigkeitsplatzes in Minsk 15 Menschen festgenommen worden.   

    Die Informationen über drei weitere Festgenommene in Minsk würden zurzeit präzisiert, da Bekannte und Verwandte zwei Männer nach einer nicht genehmigten Kundgebung im Zentrum der weißrussischen Hauptstadt telefonisch nicht erreichen könnten. Zu einem weiteren Mann sei der Kontakt nach einer nicht genehmigten Aktion vor dem Eingang des Minsker Traktorenwerks abgebrochen. 

    Darüber hinaus wurden laut dem Menschenrechtszentrum fünf Menschen nach den Protestaktionen der Opposition in Grodno, Gomel,  Bobrujsk und Mogiljow festgenommen.    

    Proteste in Weißrussland

    Gleich nach der von Fälschungsvorwürfen der Opposition überschatteten Präsidentenwahl vor zwei Wochen sind in Weißrussland Proteste ausgebrochen. Unzufriedene Menschen forderten Lukaschenkos Rücktritt und erklärten seine einstige Rivalin Swetlana Tichanowskaja zur wahren Siegerin der Präsidentenwahl. Der Wahlleitung zufolge erhielt der Amtsinhaber Alexander Lukaschenko 80,1 Prozent und Tichanowskaja rund zehn Prozent der Stimmen.

    In den ersten Protesttagen gab es mehr als 7000 Festnahmen. Hunderte Menschen, darunter etwa 120 Sicherheitskräfte, erlitten Verletzungen. Nach Angaben der Behörden gab es unter den Protestierenden drei Tote.

    ns/sna/ae

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    Festnahmen, Verletzte, Tote, Proteste, Präsidentschaftswahl, Swetlana Tichanowskaja, Alexander Lukaschenko, Weißrussland