21:33 27 September 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    134122
    Abonnieren

    Die in Weißrussland akkreditierten Diplomaten der EU-Staaten haben sich mit der Bitte an die Führung des Landes gewandt, ihnen zu erlauben, jene Bürger, die ihrer Meinung nach aus politischen Gründen inhaftiert wurden, in der Untersuchungshaft zu besuchen.

    „Beim heutigen Treffen haben die EU-Diplomaten an die früher gerichteten Ersuchen erinnert,  ihnen zu erlauben, Untersuchungsgefängnisse und jene Bürger, die nach Ansicht der in Minsk tätigen EU-Boschafter ausschließlich aus politischen Gründen inhaftiert wurden, zu besuchen“, heißt es aus einer Mitteilung der EU-Vertretung in Minsk auf Facebook.

    Die EU „verfolgt aufmerksam“ die Entwicklung der Situation in Weißrussland im Vorfeld der Wahl und nach der Wahl.   

    „Die EU hat die weißrussischen Behörden mehrmals dazu aufgerufen, nach adäquaten Lösungen mittels der Einstellung von Gewalt und der Aufnahme eines echten und breiten nationalen Dialogs zu suchen. Nämlich unter Berücksichtigung dieser Umstände haben die Leiter der diplomatischen Missionen in Minsk Wladimir Makej (Weißrusslands Außenminister – Anm. d. Red.) gebeten, sich mit ihnen zu treffen. Er hat dem freundlicherweise zugestimmt“, heißt es. 

    Unter anderem hätten die EU-Diplomaten darauf verwiesen, dass nur „ein friedlicher und demokratischer Prozess unter Bedingungen unabhängiger und freier Massemedien sowie einer starken bürgerlichen Gesellschaft dazu beitragen kann, in der entstandenen Situation dauerhafte Lösungen zu finden“.   

    Am Donnerstag fand im weißrussischen Außenministerium ein Treffen zwischen dem Leiter der Behörde Wladimir Makej und den europäischen Diplomaten statt.

    4800 Teilnehmer und 51 Festnahmen

    Am Mittwoch teilte das weißrussische Innenministerium mit, dass allein an den Protesten am Dienstagabend in Weißrussland knapp 4800 Menschen teilgenommen hätten. Es gebe 51 Festnahmen.

    Indes berichteten Menschenrechtsorganisationen über 40 Festnahmen wegen der Teilnahme an nicht genehmigten Protestaktionen am Dienstag in verschiedenen Regionen Weißrusslands.

    Massenproteste in Weißrussland

    Gleich nach der von Fälschungsvorwürfen der Opposition überschatteten Präsidentenwahl vor zwei Wochen sind in Weißrussland Proteste ausgebrochen. Unzufriedene Menschen forderten Lukaschenkos Rücktritt und erklärten seine einstige Rivalin Swetlana Tichanowskaja zur wahren Siegerin der Präsidentenwahl. Der Wahlleitung zufolge erhielt der Amtsinhaber Alexander Lukaschenko 80,1 Prozent und Tichanowskaja rund zehn Prozent der Stimmen.

    In den ersten Protesttagen gab es mehr als 7000 Festnahmen. Hunderte Menschen, darunter etwa 120 Sicherheitskräfte, erlitten Verletzungen. Nach Angaben der Behörden gab es unter den Protestierenden drei Tote.       

    ns/sna/ae

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Lage in Bergkarabach spitzt sich zu: Moskau ruft zur Feuereinstellung und zu Verhandlungen auf
    50 Siedlungen in Bergkarabach angegriffen: Video zeigt brennende Militärtechnik
    Paschinjan-Putin-Telefonat : „Eskalation in Bergkarabach muss verhindert werden“
    Tags:
    Untersuchungshaft, Bürger, EU, Diplomaten, Proteste, Präsidentschaftswahl, Alexander Lukaschenko, Russland, Weißrussland