17:01 18 September 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    101169
    Abonnieren

    Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko hat nach eigenen Worten mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin die Refinanzierung der weißrussischen Schulden besprochen.

    „Wir haben uns mit dem Präsidenten Russlands verständigt. Unser Premier wird heute Verhandlungen mit Michail Mischustin (Russlands Premier – Anm. d. Red.) in Bezug auf die Refinanzierung abhalten“, zitiert Sputnik Belarus Lukaschenko.          

    Wie Lukaschenko erläuterte, wird Weißrussland eine Milliarde US-Dollar in Absprache mit Moskau „bei sich behalten“. Damit werde die Republik „eine gute Stärkung“ des weißrussischen Rubels bekommen.

    In der Republik gibt es zurzeit laut Lukaschenko keine Probleme mit ausländischen Währungen, obwohl in Wechselstuben das Bargeld nicht langen könnte.  

    „Das passiert aber immer, wenn die Nachfrage steigt. Ich habe die Nationalbank beauftragt, damit wir eine solche Situation vermeiden können. Die Leute wollen ihr Geld abheben – bitte, macht das. Wir haben ausreichend Reserven, um den für uns annehmbaren Kurs auf einem akzeptablen Niveau zu halten“, so  Lukaschenko.

    Der Kurs des weißrussischen Rubels ist nach der Präsidentschaftswahl deutlich zurückgegangen: Der offizielle Kurs des US-Dollars gegenüber der weißrussischen Währung ist seit dem 10. August um 8,17 Prozent und der Euro-Kurs um 7,99 Prozent (nach dem Stand zum 27. August) geschrumpft.

    Situation in Weißrussland

    Der seit 1994 regierende Alexander Lukaschenko ist bei der Präsidentschaftswahl am 9. August nach Angaben der Zentralen Wahlkommission in Minsk mit 80,1 Prozent der Stimmen zu seiner sechsten Amtszeit gewählt worden. Seine nächste Herausforderin, Swetlana Tichanowskaja, kam auf 10,12 Prozent der Stimmen. Tichanowskaja erkennt ihre Niederlage nicht an: Nach Informationen ihres Wahlteams gewann sie die Wahl mit 70 bis 80 Prozent der Stimmen.

    Schon am Abend desselben Tages gingen landesweit Tausende Menschen auf die Straße. Die Demonstrationen waren nicht von den Behörden genehmigt. In der Hauptstadt Minsk errichteten Demonstranten Barrikaden aus Mülltonnen. Die Miliz, wie die Polizei in Weißrussland heißt, trieb die Protestierenden mit Tränengas, Wasserwerfern und Blendgranaten auseinander.

    In den ersten Protesttagen gab es mehr als 7000 Festnahmen. Hunderte Menschen, darunter etwa 120 Sicherheitskräfte, erlitten Verletzungen. Nach Angaben der Behörden gab es unter den Protestierenden drei Tote.

    ns/sna/ae

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Fall Nawalny: Deutsche Eliten und „Ausdruck eines Niedergangs“ – Experte Fischer knallhart
    Fall Nawalny: Deutschland und OPCW weichen Antworten auf Russlands Fragen aus – Lawrow
    Nord Stream 2: Versorgungsschiff „Iwan Sidorenko“ kehrt nach Kaliningrad zurück
    Fall Nawalny: Wasserflaschen aus Hotelzimmer im deutschen Rettungsflieger nach Berlin geholt
    Tags:
    Refinanzierung, Schulden, Swetlana Tichanowskaja, Alexander Lukaschenko, Wladimir Putin, Russland, Weißrussland