17:32 29 September 2020
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    Sie ist eines der bekanntesten Gesichter ihrer Partei: die Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht. Bis 2017 führte sie ihre Fraktion im Deutschen Bundestag an, nun könnte ein neues Spitzenamt auf die linke Galionsfigur zukommen.

    Parteiintern gibt es Forderungen, Wagenknecht mit Blick auf die Bundestagswahl 2021 wieder in den Vordergrund zu stellen. Das könnte eine Stichwahl zwischen ihr und Parteichefin Kipping auf dem kommenden Parteitag bedeuten.

    Seitdem Sahra Wagenknecht 2017 aus persönlichen Gründen nicht erneut als Fraktionschefin der Linke kandidierte, wünschen sich viele Wähler eine neue führende Rolle für die Bundestagsabgeordnete. Nun mehren sich die Meldungen, dass hinter den Kulissen zunehmend erwogen wird, dass Wagenknecht im Bundestagswahlkampf 2021 eine größere Rolle spielen soll.

    „Sahra und Gregor“

    Der Bundestagsabgeordnete Diether Dehm erklärte auf seiner Webseite, dass der kommende Bundesparteitag der Linke Ende Oktober dieses Jahres eine erhebliche Auswirkung auf das Wahlergebnis bei der nächsten Bundestagswahl haben werde. Dabei hätten die „eng geschriebenen“ Parteiprogramme weniger Einfluss auf die Wählergunst, als das Führungspersonal:

    „Es sind die wenigen charismatischen Persönlichkeiten, die nahezu jedes Gespräch, zahlreiche Fragen (an Infoständen, Arbeitsplätzen und in Kneipen) bewegen, namentlich Sahra, Gregor und unser Spitzenpersonal.“

    Weiter erklärt Dehm, dass er die „überdimensionale, ja existenzielle“ Wirkung Wagenknechts im Bundestagswahlkampf sowie bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen 2021 für unerlässlich halte.

    Wagenknecht statt Kipping?

    Doch bedeutet das, Wagenknecht könnte wieder eine Führungsrolle bei den Linken übernehmen? Auf dem Bundesparteitag vom 30 Oktober bis 1. November soll auch eine neue Parteispitze gewählt werden. Nach bisherigen Informationen wollen die Vorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger möglicherweise erneut antreten. Beide zählen eher zum realpolitischen Flügel der Partei. Doch der linke Parteiflügel, zu dem auf Diether Dehm gezählt wird, fühlt sich in dieser Konstellation unterrepräsentiert.

    Die Gespräche laufen…

    Eine weitere Aussage Dehms lässt in diesem Zusammenhang viel Raum für Spekulationen. Wird Wagenknecht, die vor allem für Wirtschaftsthemen in ihrer Partei als Expertin gilt, kandidieren? Dehm notiert:

    „Und da gibt es eine nicht zu überschätzende Erfreulichkeit aus den Gesprächen, die ich im Saarland geführt habe. Ich kann mir jetzt vorstellen, dass Sahra bei der nächsten Wahl eine entscheidende Rolle spielen dürfte.“

    Voraussetzung für eine Rückkehr Wagenknechts sei es laut dem Linke-Bundestagsabgeordneten allerdings, dass vergangene „Angriffe und Gifteleien“ aus den eigenen Reihen, die „Sahra zermürben sollten“, nach dem Bundesparteitag unterbleiben würden.

    Es bleibt spannend

    Wer tatsächlich Ende Oktober die Führung der Partei übernehmen wird, ist nicht sicher. Neben Kipping und Riexinger wurden – mal öffentlich, mal intern - mehrere andere Namen in den Ring geworfen. So wurden auch der Bundestagsabgeordnete Jan Korte sowie der stellvertretende Parteivorsitzende Ali Al-Dailami als mögliche Kandidaten genannt. Sollte Sahra Wagenknecht ebenfalls wieder ein Spitzenamt anstreben, könnte das der Partei zu neuer Aufmerksamkeit verhelfen. Sputnik wird den Parteitag für Sie Ende Oktober in Erfurt vor Ort verfolgen.

     

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