17:04 18 September 2020
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    Die türkische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben sechs griechische F-16-Kampfbomber vor der Insel Zypern abgefangen und abgewehrt. Laut dem Verteidigungsministerium in Ankara ereignete sich der Vorfall, als die griechischen Jets die Insel Kreta in Richtung Zypern verlassen hatten.

    Die Türkei hatte zuvor am Donnerstag eine Navigationssicherheitswarnung (Navtex) herausgegeben, dass ihr Forschungsschiff „Oruc Reis“ seine umstrittene Erdgas-Suche um fünf Tage bis zum 1. September verlängern werde.

    Die „Oruc Reis“ sucht bereits seit der zweiten Augustwoche im östlichen Mittelmeer vor griechischen Inseln und westlich von Zypern nach Erdgas. Der Einsatz hätte eigentlich schon am 23. August auslaufen sollen, war aber zunächst bis Donnerstag verlängert worden.

    Die EU gab kürzlich bekannt, wegen der Erdgaserkundungen weitere Sanktionen gegen die Türkei in Erwägung zu ziehen. Bevor neue Strafmaßnahmen beschlossen würden, solle aber der Diplomatie noch eine Chance gegeben werden, hieß es am Freitag, nach Beratungen der EU-Außenminister in Berlin, von europäischen Diplomaten.

    Erdgasstreit und Sanktionen

    Griechenland und Zypern verlangen wegen der Erdgaserkundungen der Türkei seit Längerem schärfere Sanktionen. Erste Einreiseverbote und Vermögenssperren hatte die EU schon im Februar verhängt. Bereits 2019 wurde zudem beschlossen, die Vergabe von EU-Mitteln einzuschränken und Verhandlungen über ein Luftverkehrsabkommen auszusetzen.

    Griechenland und die Türkei streiten sich seit Langem um Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer. Die Erkundungen sind aus Athener Sicht illegal, weil die Region zur sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone des EU-Landes gehört. Ankara hingegen vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen probeweise nach Erdgas gebohrt wird, zum türkischen Festlandsockel gehören. Einen ähnlichen Konflikt gibt es um die Insel Zypern, vor deren Küste schon reiche Erdgasvorkommen entdeckt wurden.

    Manöver im Mittelmeer

    Auch aus militärischer Sicht ist die Lage im östlichen Mittelmeer derzeit angespannt. Die Türkei führt dort nach eigenen Angaben gemeinsam mit den USA maritime Übungen durch. Die USA hatten erst in dieser Woche auch Manöver mit der griechischen Marine und somit einem weiteren Nato-Partner abgehalten.

    Griechenland hatte am Mittwoch ebenfalls mit Frankreich und Zypern umfangreiche Manöver in der Luft und zur See im Westen Zyperns begonnen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Ende Juli Zypern und Griechenland seine Unterstützung zugesichert. Ankara bedroht Macron zufolge den Mittelmeerraum und verletzt die Souveränität der besagten Länder.

    mka/dpa/gs

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    Tags:
    Konflikt, Türkei, Griechenland, Mittelmeer