16:16 30 November 2020
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    Trotz eines großen Aufgebots mit Hundertschaften der Polizei und Gefangenentransportern haben am Samstag zahlreiche Frauen in Weißrussland gegen Staatschef Alexander Lukaschenko protestiert.

    Auf Bildern in sozialen Netzwerken sind Hunderte Frauen zu sehen, die zu Fuß unterwegs waren. Metro-Stationen in der Hauptstadt Minsk waren geschlossen. Im Zentrum standen Einheiten der Polizei und der Sonderpolizei, um den Protestzug zum Unabhängigkeitsplatz zu behindern. Dort standen ebenfalls Einsatzkräfte und Busse für mögliche Festnahmen bereit.

    ​Die Polizei warnte in Durchsagen, dass die Aktion nicht erlaubt sei. Ziel des Protests „Große Parade der weiblichen Friedenstruppen“ sei es, die Freilassung von Gefangenen zu erreichen, die Polizeigewalt strafrechtlich verfolgen zu lassen und Neuwahlen zu erwirken, hieß es. Frauen sind in der Demokratiebewegung in Minsk sehr aktiv. Geplant war ein etwa zwei Kilometer langer Protestmarsch vom Platz der Freiheit durch das Zentrum bis zum Platz der Unabhängigkeit. Am Rande der Aktion wurden einige Männer festgenommen. Anführerin der Bewegung ist die Aktivistin Swetlana Tichanowskaja.

    In Weißrussland dauern seit mittlerweile mehr als zwei Wochen Proteste und Streiks gegen Lukaschenko an, der bereits seit 26 Jahren an der Macht ist. Auslöser war die Präsidentschaftswahl vom 9. August, bei der der 65-Jährige nach offiziellen Angaben auf 80,1 Prozent der Stimmen gekommen war. Seine Herausfordererin Swetlana Tichanowskaja konnte demnach rund zehn Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen.

    Die Opposition erkannte die Niederlage ihrer Kandidatin nicht an und erklärte Tichanowskaja, die inzwischen nach Litauen geflüchtet ist, zur Siegerin. Die Demonstranten forderten Lukaschenkos Rücktritt. In den ersten Protesttagen gab es mehr als 7000 Festnahmen. Hunderte Menschen erlitten Verletzungen. Nach Behördenangaben gibt es auch drei Tote.

    sm/dpa/gs

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    Tags:
    Weißrussland, Minsk, Alexander Lukaschenko, Protestmarsch