15:44 30 November 2020
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    Kämpfer der radikalen Taliban-Bewegung haben vermutlich US-Militärbasen beschossen, das Abfeuern der Geschosse könnte eine unverkennbare Verletzung der Bedingungen des Abkommens zwischen der US-Seite und den Taliban bedeuten, schreibt die „New York Times“ unter Berufung auf militärische Quellen.

    Nach Angaben der Zeitung sind Ende Juli mindestens zehn Raketen im Raum des US-Militärstützpunktes Camp Bastion in der südafghanischen Provinz Helmand eingeschlagen. Die Militärbasis wird von US-Soldaten gemeinsam mit afghanischen Militärangehörigen benutzt. Zudem seien Ende August mehrere Geschosse gegen die US-Militärbasis bei Camp Dwyer in Helmand abgefeuert worden. 

    Ein mit der Region vertrauter Taliban-Kommandeur erklärte, die Bewegung habe keine Schläge gegen die Militärbasen geführt. Es würden Ermittlungen zu dem Geschehenen durchgeführt, betonte er. Laut einem US-Militär könnte eine der Taliban-Fraktionen, die gegen das Abkommen mit der US-Seite auftrete, Raketenschläge geführt haben. Es hieß auch, dass bei den Feuerangriffen niemand verletzt worden sei.

    Laut einer militärischen Quelle hätten die Taliban aus einer Entfernung von mehreren Meilen auf die Militärbasen geschossen, was sich auf die Schussgenauigkeit ausgewirkt haben könnte.

    Nach dem Beschuss des Stützpunktes Camp Dwyer haben US-Kampfjets einen Antwortschlag gegen den Ort geführt, von dem aus Raketen abgefeuert worden waren, und die verbliebenen Geschosse vernichtet. Wie die Zeitung von ihren Quellen erfuhr, wolle die US-Mission in Afghanistan Truppen aus Kandahar in diese Militärbasis verlegen.

    Neben dem mutmaßlichen Beschuss der genannten US-Militärbasis greifen die Taliban laut den Quellen immer wieder afghanische Soldaten an. Die USA hätten Dutzende Luftschläge geführt, um dem afghanischen Militär zu helfen, hieß es. Die Taliban weigerten sich auch, die Terrororganisation Al-Qaida* zu verurteilen und alle Verbindungen zu dieser Gruppierung, wie es das Abkommen mit den USA vorsieht, abzubrechen. Nach Pentagon-Angaben gebe es unter den Taliban-Teilnehmern Terroristen aus der Al-Qaida-Miliz.

    Die USA und die Taliban hatten Ende Februar in Katar erstmals seit 18 Jahren ein Friedensabkommen unterzeichnet, das den Abzug fremder Truppen aus Afghanistan innerhalb von 14 Monaten und die Aufnahme eines innerafghanischen Dialogs nach einem Gefangenenaustausch vorsieht. Gegen Mitte Juli haben die US-Truppen im Rahmen des Abkommens fünf Militärbasen in Afghanistan geräumt.

    *Terrororganisation, in Russland verboten 

    ls/mt

     

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    Tags:
    New York Times, Taliban, USA, Afghanistan