16:06 19 September 2020
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    Deutsche Migrantenorganisationen haben einen von rund 40 Verbänden unterstützten Forderungskatalog erstellt, der der Bekämpfung von strukturellem und institutionellem Rassismus dienen soll. Sie fordern von der Politik unter anderem auch ein neues Ministerium für ihre Belange und eine Ausweitung des Wahlrechts.

    „Rassismus hat eine erschreckende Kontinuität in Deutschland“, sagte Marianne Ballé Moudoumbou, Sprecherin der Frauenorganisation Pan African Women's Empowerment and Liberation Organisation am Montag bei der Vorstellung einer „Antirassismus Agenda 2025“ in Berlin. Zum Rassismus zählen die Autoren etwa Benachteiligungen von Migranten im Bildungssystem, auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt.

    In dem Papier fordern die Organisationen ein neues Ministerium, das die Asyl- und Integrationspolitik verantwortet, sowie eine Bundestagswahlberechtigung für alle Menschen, die seit mindestens fünf Jahren in Deutschland leben - auch wenn sie keine deutsche Staatsbürgerschaft haben. Aktuell betreffe das 6,5 Millionen Menschen. „Das sind mehr als AfD-Wähler 2017 bei der Bundestagswahl“, betonte die Vorsitzende des Polnischen Sozialrats, Marta Neüff.

    Expertenrat soll Politik beraten

    Auch die Berufung eines eigenen Expertenrates, der die Politik beraten soll, schlagen die Verbände vor. Außerdem fordern sie, Quotenregelungen für Menschen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst einzuführen. Gut ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland hat nach Angaben der Verbände einen Migrationshintergrund.

    Der Vorsitzende des Vereins DeutschPlus, Farhad Dilmaghani, betonte: „Wir sehen uns als gleichberechtigte Bürger des Landes an.“

    Am Mittwoch trifft sich der Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rassismus und Rechtsextremismus mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Bundesregierung hatte den Ausschuss nach den rechtsextremistisch motivierten Morden in Hanau gegründet.

    pd/mt/dpa

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    Tags:
    Forderung, Maßnahmen, Politik, Bekämpfung, Rassismus, Deutschland