15:56 30 November 2020
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    Demonstranten in Berlin, die am Samstag ein Ende der Corona-Maßnahmen forderten, sollen vor der Russischen Botschaft den Präsidenten Wladimir Putin bejubelt haben. Gunnar Lindemann, deutscher Politiker (AfD) und Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, äußerte sich dazu gegenüber der Agentur RIA Novosti am Montag.

    Putin habe unter den Deutschen einen sehr guten Ruf, und die Demonstranten hätten beschlossen, zur russischen Botschaft zu gehen, um „auf die Verhältnisse in Deutschland aufmerksam zu machen“, in der Hoffnung, dass Moskau Bundeskanzlerin Angela Merkel beeinflussen könne, sagte Lindemann.

    „Meiner Meinung nach bestand für die russische Botschaft nie eine Gefahr“, so der Abgeordnete.

    Viele Menschen protestierten in Berlin und „diese Proteste waren überwiegend friedlicher Natur“, fügte Lindemann hinzu. Eine Ausnahme sei die Situation in der Nähe des Parlamentsgebäudes gewesen, wo „mehrere seltsame Demo-Teilnehmer versuchten, den Bundestag aus Protest gegen die Regierung zu stürmen“. „Auch hier habe keine wirkliche Gefahr bestanden“, merkte er an.

    „Die Polizei hat nicht immer angemessen reagiert. Es sind Fälle übermäßiger Polizeigewalt bekannt geworden, mit denen wir uns im Berliner Abgeordnetenhaus auf parlamentarischer Ebene befassen werden“, so der AfD-Politiker weiter.

    Demo gegen Corona-Politik

    Eine große Gruppe aggressiver Demonstranten gegen die staatliche Corona-Politik hatte am Samstagabend Absperrgitter am Berliner Reichstagsgebäude, in dem sich heute der Bundestag befindet, überwunden. Sie stürmten die Treppe hoch und bauten sich triumphierend vor dem verglasten Besuchereingang auf. Dabei waren auch die von den sogenannten Reichsbürgern verwendeten schwarz-weiß-roten Reichsflaggen zu sehen, aber auch andere Fahnen. Anfangs standen nur drei Polizisten der grölenden Menge gegenüber. Nach einer Weile kam Verstärkung, und die Polizei drängte die Menschen auch mit Hilfe von Pfefferspray zurück.

    Nach Schätzungen der Berliner Polizei hatten an der Demonstration in Berlin-Mitte rund 18.000 Menschen teilgenommen. Die Polizei hat Bilanz gezogen: Demnach wurden 316 Menschen festgenommen. Es seien 33 Beamtinnen und Beamte verletzt worden. 131 Strafanzeigen seien ergangen, unter anderem wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte, Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Zudem wurden 255 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten gemacht.

    pd/mt/sna

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