16:06 30 November 2020
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    Fall Nawalny: Streit um Vergiftung des Kreml-Kritikers (125)
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    Moskau erhielt von der Bundesregierung nach Angaben des Kremlsprechers Dmitri Peskow keine Informationen, die Nawalnys „Vergiftung” mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe beweisen.

    In Moskau habe man noch keine solche Informationen zu Nawalny, so Peskow auf Anfrage der Journalisten. 

    Der Sprecher der Bundesregierung Steffen Seibert erklärte am Mittwoch in Berlin, eine toxikologische Untersuchung des Politikers in einem Spezial-Labor der Bundeswehr habe einen Hinweis eines chemischen Nervenkampfstoffes aus der Nowitschok-Gruppe ergeben.

    Die Bundesanwaltschaft hat sich noch am Mittwoch geweigert, etwas Bestimmtes auf eine Sputnik-Anfrage zum Fall um eine plötzliche Erkrankung des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny mitzuteilen.

    Die Nachrichtenagentur wollte wissen, ob derzeit jegliche Untersuchungen im Fall Nawalny durchgeführt werden.

    „Insoweit muss ich Ihnen leider mitteilen, dass ich auf Ihre Anfrage keine Auskunft erteilen kann“, hieß es vom Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof (GBA).

    Anfrage russischer Ermittler

    Im Zusammenhang mit Ermittlungen zum Fall Nawalny richtete die russische Generalstaatsanwaltschaft am 27. August an Deutschland ein Rechtshilfeersuchen. Unter anderem ging es um die Übermittlung von Analysen und vorläufigen Diagnosen.

    Das Bundesjustizministerium bestätigte dies, weigerte sich jedoch, Details der Zusammenarbeit preiszugeben. Bereits am 31. August hatte die deutsche Zeitung „Welt am Sonntag“ vom Eingang des Rechtshilfeersuchens unter Verweis auf einen Sprecher der Behörde geschrieben.

    Nawalny im Koma

    Der bekannte Kreml-Kritiker war am 20. August von Tomsk nach Moskau unterwegs. Während des Fluges soll er sich plötzlich sehr schlecht gefühlt und kurz darauf das Bewusstsein verloren haben. Das Flugzeug führte daraufhin eine Notlandung in Omsk durch. Die Ärzte vor Ort gaben als vorläufige Diagnose eine Stoffwechselstörung an. Diese soll ein drastisches Absinken des Blutzuckerspiegels verursacht haben. Dabei teilte der stellvertretende Leiter des Omsker Krankenhauses, Anatoli Kalinitschenko, mit, dass in Nawalnys Blut und Urin kein Gift oder Spuren davon entdeckt worden seien.

    Zwei Tage später wurde Nawalny in schwerem Zustand per Flugzeug in die Berliner Charité überführt. Kurz darauf hieß es dort, dass es Anzeichen für eine Vergiftung mit einer Substanz aus der Wirkstoffgruppe der Cholinesterase-Hemmer geben soll. Da noch kein genauer Befund vorliege, werde eine weitere umfassende Analyse vorgenommen. Es wurde mitgeteilt, dass Nawalny mit Atropin behandelt werde. 

    jeg/sna

     

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