17:26 18 September 2020
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    In Afghanistan haben die Konfliktparteien nach Angaben der Regierung den Weg für Friedensgespräche frei gemacht. Ein umstrittener Gefangenentausch als Vorbedingung sei abgeschlossen, teilte der Nationale Sicherheitsrat am Donnerstag mit.

    Nur einige wenige Talibankämpfer, die für den Tod von Nato-Soldaten verantwortlich gemacht werden, sollen zunächst nicht frei kommen. Interveniert hatten Frankreich und Australien. Diese sieben Taliban sollen laut Regierungskreisen nach Katar gebracht werden, wo auch der Auftakt der Friedensgespräche geplant ist.  

    Auch die Taliban machten Zugeständnisse und ließen sechs Spezialkräfte der afghanischen Armee frei, wie der Staatssender RTA berichtete. Die verbliebenen Kämpfer wurden seit Montag weitgehend an der Öffentlichkeit vorbei freigelassen.

    Nach einem Beschluss einer traditionellen Ratsversammlung hatte Präsident Aschraf Ghani vor rund drei Wochen eine Anordnung zur Freilassung von 400 als besonders gefährlich eingestuften Taliban unterzeichnet. Dies galt als wichtigste Forderung der militanten Gruppe vor Beginn von Friedensgesprächen. Auch mutmaßliche Drahtzieher von Anschlägen wie dem auf die Deutsche Botschaft im Jahr 2017 sollen sich unter ihnen befinden.

    Friedensabkommen zwischen USA und Taliban

    Mehr als 18 Jahre nach dem US-Einmarsch in Afghanistan hatten die USA und die Taliban Ende Februar in Doha ein Abkommen über Wege zu einem Frieden geschlossen. Die Vereinbarung sieht einen Abzug aller US-amerikanischen und internationalen Truppen bis Ende April kommenden Jahres aus Afghanistan vor.

    Im Gegenzug sollen die Taliban Friedensgespräche mit der afghanischen Regierung in Kabul aufnehmen sowie Garantien geben, dass Afghanistan kein sicherer Hafen für Terroristen wird. In das Abkommen wurde die Freilassung von Gefangenen aufgenommen – als Vorbedingung für innerafghanische Friedensgespräche zwischen der Regierung in Kabul und den militant-islamistischen Taliban.

    Die afghanische Regierung in Kabul war nicht daran beteiligt, weil die Taliban damals direkte Gespräche abgelehnt hatten. Der Konflikt im Land geht unvermindert weiter. Insgesamt kamen knapp 5000 Taliban im Tausch gegen 1000 von den Rebellen festgehaltene Gefangene frei. 

    leo/dpa/ae

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    Tags:
    USA, Gefangenenaustausch, Gefangene, Friedensgespräche, Frieden, Taliban, Regierung, Afghanistan