15:43 19 September 2020
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    Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hat bekannt gegeben, dass der Punkt über die Anerkennung der selbsterklärten Republik Kosovo von der Tagesordnung der Verhandlungen in Washington gestrichen worden ist.

    Vucic leitet die serbische Delegation, die sich zurzeit in Washington befindet, um Gespräche mit dem Premierminister der selbsterklärten Republik, Avdullah Hoti, zu führen.

    „Die Leute von der Administration Trump waren ehrlich, sie haben uns zugehört, und der Punkt, in dem es um die gegenseitige Anerkennung geht, ist nicht mehr in den Dokumenten“, sagte der serbische Präsident gegenüber dem nationalen Fernsehen.

    Zuvor hatte der serbische Außenminister, Ivica Dacic, gegenüber dem Fernsehsender TV Pink mitgeteilt, er habe aus Washington Information erhalten, dass Präsident Vucic Punkt zehn des zu verhandelnden Dokuments über die Anerkennung des Kosovo als für Serbien inakzeptabel strikt abgelehnt habe.

    „Es stimmt, dass das Dokument mit Punk t10 tatsächlich auf dem Verhandlungstisch  lag. Ich habe von der hochrangigen Delegation in Washington die Information erhalten, dass Präsident Vucic Punkt 10 sehr grob abgelehnt hatte und sagte, dies sei für Serbien inakzeptabel und er (Vucic – Anm. d.Red.) werde sich im Einklang mit der serbischen Verfassung verhalten“, äußerte der Außenminister.

     

    Hoti hatte Medienberichten zufolge verkünden lassen, dass er „nichts anderes als die Anerkennung der Unabhängigkeit“ in Washington verhandeln wolle.

    Vor der Reise hatte Vucic selbst gesagt, er wisse nicht, was er von den Verhandlungen zu erwarten habe, werde aber sein Bestes tun, um für Serbien zu kämpfen.

    Abkommen zwischen Vucic und Hoti – Details noch unbekannt

    Am Donnerstagabend (Ortszeit) kündigte das Weiße Haus an, dass Vucic und Hoti planen, am 4. September eine Vereinbarung in Anwesenheit des US-Präsidenten Trump zu unterzeichnen. Die Details zu dem Abkommen wurden nicht offengelegt.

    Zuvor hatte die US-Regierung berichtet, die Gespräche zwischen dem Kosovo und Serbien am 3. und 4. September sollten sich auf die Wirtschaft und nicht auf die Politik konzentrieren. Die USA würden keine Friedensvorschläge hinter den Kulissen vorbereiten, einschließlich des Austausches von Gebieten, über den die Presse spekuliert habe, hieß es.

    Ein Treffen zwischen dem serbischen Präsidenten, Aleksandar Vucic, und dem Premierminister des selbsterklärten Kosovo, Avdulah Hoti, hätte bereits im Juni in Washington stattfinden sollen, wurde jedoch aufgrund der innenpolitischen Krise im Kosovo verschoben.

    Situation um Kosovo

    1999 hatte sich das Nordatlantische Bündnis in die bewaffnete Konfrontation der albanischen Separatisten von der paramilitärischen „Befreiungsarmee des Kosovo“ einerseits und der jugoslawischen Armee und Polizei andererseits eingemischt und Bombenangriffe auf Jugoslawien unternommen, das damals aus Serbien und Montenegro bestanden hatte. Im März 2004 kam es zu Ausschreitungen der Albaner des Kosovo gegen die serbische Bevölkerung, die zur massenhaften Aussiedlung der Serben aus dem Kosovo und zur Vernichtung zahlreicher historisch und kulturell wertvoller Gebäude führten.

    Am 17. Februar 2009 hatten die albanischen Behörden des Kosovo einseitig die Unabhängigkeit von Serbien erklärt. Die selbsterklärte Republik Kosovo wird von Serbien, Russland, China, Spanien, Israel dem Iran und einer Reihe anderer Staaten nicht anerkannt.
    2011 begann die Staatsführung Serbiens Gespräche zur Normalisierung der Beziehungen mit den Kosovo-Albanern. Bei den Verhandlungen vermittelte die Europäische Union.

    asch/sna/ae

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    Tags:
    Gespräche, Donald Trump, Aleksandar Vučić, Unabhängigkeit, Kosovo, Serbien