16:55 18 September 2020
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    Griechenland hat die von der Nato vorgeschlagenen Gespräche zur Vermeidung militärischer Zwischenfälle im östlichen Mittelmeer blockiert und somit den Bemühungen um eine Entschärfung im Erdgasstreit mit der Türkei einen Dämpfer versetzt. Athen beharrt weiterhin auf dem Abzug aller türkischen Schiffe aus dem umstrittenen Gebiet.

    Nach Angaben eines griechischen Regierungssprechers vom Freitag soll es nur dann Beratungen mit Ankara geben, wenn die Türkei zuvor alle türkischen Schiffe aus der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Griechenlands abzieht.

    Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sagte: „Es sind sechs Wörter: Die Provokationen stoppen, die Gespräche starten.“

    Mitsotakis dementierte mit der Ankündigung Aussagen von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Dieser hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, dass es eine Einigung auf den Beginn technischer Gespräche zwischen der Türkei und Griechenland gebe. Diese sollten in der Bündniszentrale in Brüssel stattfinden.

    Die Nato äußerte sich zunächst nicht zur Absage Athens. Eine Sprecherin verwies nur darauf, dass es bereits am Donnerstag ein technisches Treffen zwischen der Türkei und Griechenland in der Nato-Zentrale in Brüssel gegeben habe.

    Türkei fordert Gespräche

    Die Türkei forderte Griechenland unterdessen zur Aufgabe der Blockade auf. „Wir erwarten, dass Griechenland diese Initiative des Nato-Generalsekretärs unterstützt“, teilte das Außenministerium mit. Bei den geplanten Gesprächen im Nato-Rahmen solle an frühere bilaterale Kontakte der Militärbehörden angeknüpft werden. Es gehe nicht um andere offene Fragen.

    Ankara zeigte sich aber zugleich offen für weitergehende Gespräche.

    „Wir möchten an dieser Stelle noch einmal daran erinnern, dass die Türkei bereit ist, ohne Vorbedingungen in einen Dialog mit Griechenland einzutreten, um dauerhafte, faire und gerechte Lösungen für alle offenen Fragen zwischen der Türkei und Griechenland im Rahmen des Völkerrechts zu finden“, hieß es in der Erklärung.

    Schwellender Erdgasstreit

    Hintergrund der Nato-Initiative ist der seit Wochen immer weiter eskalierende Streit zwischen den Nato-Partnern um Erdgas im Mittelmeer. Griechenland bezichtigt die Türkei, vor griechischen Inseln illegal Vorkommen zu erkunden. Die Regierung in Ankara weist die Vorwürfe hingegen zurück und vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen probeweise nach Erdgas gebohrt wird, zum türkischen Festlandsockel gehören.

    Im Zuge von Militärmanövern in dem Seegebiet war es zuletzt sogar zu einer Kollision zwischen einem griechischen und einem türkischen Kriegsschiff gekommen. Erhöht wird die Gefahr von Zwischenfällen dadurch, dass zum Beispiel auch Frankreich als Zeichen der Solidarität mit Griechenland die französische Militärpräsenz im östlichen Mittelmeer erhöht hat.

    mka/dpa/gs

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    Tags:
    Streit, NATO, Griechenland, Türkei, Mittelmeer, Erdgas