15:32 19 September 2020
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    Belarus will ein Gespräch zwischen Berlin und Warschau über die Situation mit der mutmaßlichen Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny abgefangen haben. Nun hat die staatliche Fernseh- und Rundfunkgesellschaft der Republik die Tonaufzeichnung veröffentlicht. 

    In dem Audio-Mitschnitt behauptet der angebliche deutsche Vertreter, dass alle Materialien zum Fall Nawalny  „vorbereitet” seien. Dabei betone er, es sei egal, ob es sich tatsächlich um eine Vergiftung handele oder nicht.

    „Das ist Krieg. Und im Krieg sind alle möglichen Methoden gut“, soll der Deutsche gesagt haben.

    Sein vermutlicher polnischer Gesprächspartner erklärte im Telefonat seinerseits den Wunsch, „Putin davon abzuhalten, seine Nase in die Angelegenheiten von Belarus zu stecken“.

    „Der effektivste Weg ist, ihn (Putin - Anm. d. Red.) in Russlands Problemen zu ertränken, davon gibt es nicht wenige. Zumal sie bald Wahlen haben, der Tag der Abstimmung in Regionen Russlands."

    „Damit beschäftigen wir uns ja. Und wie geht es euch in Weißrussland?”, entgegnet der mutmaßliche deutsche Gesprächspartner. Der Pole sagt darauf, Präsident Lukaschenko habe sich als „harte Nuss” erwiesen..

    „Es ist klar, dass Russland sie (die weißrussische Führung - Anm. d. Red,) unterstützt. Die Beamten und das Militär sind dem Präsidenten treu. Wir arbeiten solange. Das Übrige im persönlichen Gespräch, nicht telefonisch“.

    Früher am Freitag hatte Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko den russischen Premierminister Michail Mischustin über das Abfangen eines Gesprächs zwischen Warschau und Berlin informiert, in dem es um den russischen Kreml-Kritiker Alexej Nawalny gegangen sein soll.

    Bei seinem Treffen mit Mischustin sagte der weißrussische Präsident:

    „Wir gehen davon aus, dass Warschau mit Berlin spricht, zwei Anrufer sind im Kontakt. Unsere radioelektronische Militäraufklärung hat das abgefangen. (...) Es ist deutlich erkennbar, dass es eine Fälschung ist.“

    Dem fügte er hinzu: „Es gab keine Vergiftung von Nawalny.“

    Vorwurf aus Berlin

    Die Bundesregierung hatte am Mittwoch nach Untersuchungen in einem Spezial-Labor der Bundeswehr mitgeteilt, dass sie es als zweifelsfrei erwiesen ansehe, dass Nawalny mit dem militärischen Nervengift Nowitschok vergiftet worden sei.

    Fall Nawalny

    Der Oppositionspolitiker war am 20. August auf einem Flug in Russland plötzlich ins Koma gefallen und später auf Drängen seiner Familie in die Berliner Charité verlegt worden. Nach Angaben der Charité ist sein Gesundheitszustand weiter ernst.

    Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hatte am Donnerstag Hilfe bei der Aufklärung im Fall Nawalny angeboten. Nach der Chemiewaffenkonvention werde die Vergiftung eines Einzelnen mit einem Nervengas als Einsatz von Chemiewaffen bewertet, teilte sie mit.

    sm/gs

     

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    Abfangen, Gespräch, Warschau, Berlin, Weißrussland