16:51 25 September 2020
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    Nach den Blockadeaktionen von Extinction Rebellion gegen mehrere Druckereien erwägt die britische Regierung laut Medienberichten ein härteres Vorgehen gegen die Umweltschutzbewegung. Nach Informationen der Zeitung „The Telegraph“ besteht eine der Optionen darin, die Bewegung als eine kriminelle Organisation einzustufen.

    Demnach haben Premierminister Boris Johnson und Innenministerin Priti Patel ihre Beamten aufgefordert, einen „frischen Blick“ darauf zu werfen, wie diese Gruppe gesetzlich einzustufen sei.

    Die 2018 in Großbritannien gegründete Umweltbewegung‚ deren Name als „Rebellion gegen das Aussterben“ übersetzt werden kann, will durch Mittel des zivilen Ungehorsams Regierungen zu Maßnahmen gegen das massive Artensterben sowie das mögliche Aussterben der Menschheit als Folge der Klimakrise veranlassen. 

    Am Samstag hatten viele Briten nach neuen Protesten von Extinction Rebellion keine Tageszeitungen bekommen. Mehr als 100 Aktivisten hatten zuvor die Zufahrtsstraßen zu zwei Druckereien blockiert. Die Polizei nahm mehrere Dutzend Demonstranten fest.

    Johnson twitterte am Samstag, es sei völlig inakzeptabel, „den Zugang der Öffentlichkeit zu Nachrichten auf diese Weise einzuschränken“.

    Patel bezeichnete die Aktion als „Angriff auf unsere freie Presse, Gesellschaft und Demokratie“.

    ​Das Vorgehen der Demonstranten stieß nicht nur auf Protest der Regierung, sondern auch der Opposition.

    Aktivisten werfen blockierten Zeitungen Falschberichterstattung vor

    Betroffen waren Druckereien, die Zeitungen des Rupert-Murdoch-Konzerns druckten, etwa „The Sun“ und „The Times“. In sozialen Medien warfen Aktivisten ihnen Falschberichterstattung vor. „Die Berichterstattung in vielen der hier gedruckten Zeitungen verschmutzt die nationale Debatte über Klimawandel, Einwanderungspolitik ... und über Dutzende andere Themen“, hieß es.

    Die Zeitung „The Telegraph“, die von den Blockaden ebenfalls betroffen war, hob als Reaktion für das gesamte Wochenende ihre Bezahlschranke für Online-Artikel auf. „Wir waren nicht das primäre Ziel, aber die Produktion der The-Telegraph-Ausgaben war ernsthaft beeinträchtigt“, hieß es in einer Mitteilung an die Leser. Nach diesem „Anschlag auf die freie Presse“ habe man beschlossen, die Inhalte auf der Website bis Montagmorgen frei zur Verfügung zu stellen.

    Insgesamt zehn Tage will Extinction Rebellion vor allem in London gegen die Klimaerwärmung protestieren. Viele Aktivisten klebten sich in den vergangenen Tagen auf dem Asphalt im Regierungsviertel fest. Seit Dienstag sind mehrere Hundert Menschen festgenommen worden.

    asch/dpa/ae

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    Tags:
    Zeitungen, Protestaktionen, Umweltschutz, Extinction Rebellion, Großbritannien