09:16 30 September 2020
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    Fall Nawalny: Streit um Vergiftung des Kreml-Kritikers (103)
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    Der Gesundheitszustand von Alexej Nawalny, der seit dem 22. August 2020 in der Berliner Charité behandelt wird, habe sich verbessert, teilte das Klinikum mit.

    Den Angaben zufolge konnte das durch Medikamente aufrechterhaltene künstliche Koma des Patienten beendet werden.

    „Der Patient wird schrittweise von der maschinellen Beatmung entwöhnt. Er reagiert auf Ansprache. Langzeitfolgen der schweren Vergiftung sind weiterhin nicht auszuschließen“, heißt es.

    Die Ärzte, die Nawalny behandeln, seien mit seiner Ehefrau in engem Austausch.

    „Im Einvernehmen mit seiner Ehefrau geht die Charité davon aus, dass die öffentliche Mitteilung zum Gesundheitszustand in seinem Sinne ist“, schreiben die Ärzte.

    Zuvor war bekannt geworden, dass Nawalny nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr mit dem chemischen Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet worden sein soll. Die Bundesregierung sieht das nun als „zweifelsfrei“ erwiesen an und hat die russische Regierung eindringlich zur Aufklärung des Falls aufgefordert. 

    Moskau bezweifelt, dass Nawalny vergiftet wurde, und will Informationen darüber erhalten, welche Substanz genau bei dem Oppositionellen gefunden wurde. Die russische Generalstaatsanwaltschaft hatte deshalb in der vergangenen Woche ein Rechtshilfegesuch an Deutschland gestellt.

    Russlands Botschaft und Außenministerium haben Fragen an Maas

    Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat am Sonntag zusammen mit der russischen Botschaft in Deutschland eine Reihe von Fragen an das Auswärtige Amt in Berlin gestellt. Hintergrund sind die jüngsten Aussagen vom Bundesaußenminister Heiko Maas in einer ARD-Sendung.

    „Welche faktischen Daten hat die deutsche Seite ihren Nato- und EU-Partnern vorgelegt, dass sie veranlasst wurden, ähnliche politische Erklärungen abzugeben?“, so die Sprecherin des russischen Außenamtes. 

    Maas sprach in der ARD von einer „weiteren Nebelkerze, von denen wir ja in den letzten Tagen schon einige gesehen haben. Und ich befürchte, es wird in den nächsten Tagen auch noch andere geben.“

    Bundesaußenminister Heiko Maas bei Verhandlungen in Moskau am 11. August 2020
    © Sputnik / MFA Russia / Handout
    Der SPD-Politiker sagte zudem gegenüber der „Bild am Sonntag“: „Wenn sich die russische Seite nicht an der Aufklärung des Verbrechens an Herrn Nawalny beteiligt, wäre das ein weiteres Indiz für die Tatbeteiligung des Staates. Sollte es über Verschleierungen und Nebelkerzen nicht hinausgehen, müssen wir davon ausgehen, dass Russland etwas zu verheimlichen hat“.

    jeg/sna

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    Gesundheitszustand, Koma, Charité Berlin, Alexej Nawalny, Berlin