09:03 30 September 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    181631
    Abonnieren

    Nord Stream 2 wird trotz aller Schwierigkeiten, die rund um das Projekt herum entstehen, umgesetzt und wird unabhängig von der Marktkonjunktur aktuell bleiben, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak am Rande der Finalrunde des Wettbewerbs „Russlands Führungspersönlichkeiten“.

    „… Das ist ein langfristiges Projekt, wir können nicht aufgrund eines Nachfragerückganges sagen, dass solche Projekte nicht mehr notwendig sind. Das ist ein langfristiges Projekt, das auf viele Jahrzehnte ausgerichtet ist“, so der Minister. Seinen Worten zufolge wird der Anteil von Erdgas an der Energiebalance weiter wachsen. Selbst die Umstellung auf erneuerbare Energieträger werde dies nicht beeinflussen.   

    „Wir sehen trotz alledem, dass ein großes Potenzial an Erdgas erhalten bleibt. Dieses Projekt wird umgesetzt. Zugegeben, es gibt gewisse Schwierigkeiten, aber es wird trotzdem weitergeführt“, ergänzte Nowak. 

    Nord Stream 2

    Das Nord Stream 2-Projekt umfasst den Bau von zwei Strängen einer Gaspipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr von der russischen Küste durch die Ostsee bis nach Deutschland.

    Die Pipeline verläuft in Territorialgewässern von Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland und kostet rund zehn Milliarden Euro. Die Behörden in Schweden hatten dem Projekt 2018 ihre Zustimmung gegeben. Es wird je zur Hälfte vom russischen Energieriesen Gazprom und den fünf europäischen Unternehmen OMV, Wintershall Dea, Engie, Uniper und Shell finanziert. Die USA, die verflüssigtes Erdgas auf den europäischen Markt bringen wollen, treten gegen den Bau der Gaspipeline auf. Washington hatte im Dezember Sanktionen gegen das Nord Stream 2-Projekt verhängt und von den Partnerunternehmen einen unverzüglichen Arbeitsstopp gefordert. Das schweizerische Unternehmen Allseas stellte die Arbeit ein. US-Politiker erwägen derzeit eine Erweiterung der Restriktionen.

    Die Situation um Nord Stream 2 wird auch durch den Vorfall mit dem russischen Blogger Alexej Nawalny verkompliziert, nachdem einige deutsche Politiker gegen die Initiative aufgetreten sind. Dabei gilt Deutschland weiter als Anhänger des Gaspipeline-Projekts.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel schließt nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert allerdings nicht mehr aus, dass die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 von möglichen Sanktionen gegen Russland betroffen sein könnte.

    Wie Seibert am Montag in Berlin mit Blick auf mögliche EU-Reaktionen auf den angeblichen Giftanschlag auf Alexej Nawalny sagte, schließe sich die Bundeskanzlerin den Äußerungen des Außenministers Heiko Maas an, der forderte, der Kreml solle bei der Aufklärung des Falls mitwirken.   

    Zugleich erinnerte Seibert daran, dass die Bundeskanzlerin ständig gesagt habe, die beiden Themen müssten abgekoppelt bleiben.

    Moskau hat wiederholt betont, bei der Aufklärung des Falls Nawalny zusammenarbeiten zu wollen. „Die Berliner Seite muss hier operatives Handeln zeigen“, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, im Staatsfernsehen. 

    ls/mt

     

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Jerewan: Türkisches Kampfflugzeug schießt Su-25 armenischer Luftwaffe ab – Ankara dementiert
    Im Falle türkischer Einmischung: Armenien verspricht „Iskander“-Raketen einzusetzen
    Dieses Land könnte den Ölmarkt crashen
    Tags:
    Maria Sacharowa, Alexej Nawalny, Heiko Maas, Gazprom, Nord Stream 2 AG, Alexander Nowak, Steffen Seibert, Angela Merkel, Russland, Deutschland