16:24 25 September 2020
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    Laut Alexander Sabajew, dem leitenden Toxikologen des Föderalen Kreises Sibirien, hat das Nervengift „Nowitschok“ definitiv nicht zu einer Verschlechterung des Zustands von Alexej Nawalny führen können. Ihm zufolge gibt es keine Spuren einer derartigen Vergiftung.

    Alle Laboruntersuchungen an biologischem Material, das dem Patienten entnommen wurde, seien in Fachlabors in Omsk und in den föderalen Einrichtungen durchgeführt worden, sagte Sabajew, der im Omsker Krankenhaus die Abteilung zur Behandlung akuter Vergiftungen leitet, gegenüber Journalisten am Dienstag. Es seien keine einfachen Studien gewesen: Man habe sowohl nach den möglichen Substanzen selbst als auch nach den Zerfallsprodukten gesucht, hieß es weiter.

    „Die Untersuchung wurde im Büro für Forensik durchgeführt. Es handelt sich um Geräte der Expertenklasse, daher ist es unmöglich, ihnen hier nicht zu vertrauen. Dies ist eine Ausrüstung aus der US-Produktion“, sagte der Omsker Toxikologe. Die Empfindlichkeit der Geräte sei sehr hoch, fügte er hinzu.

    Sabajew  betonte auch, dass die Omsker Ärzte keine Daten über den Zustand von Nawalny von Kollegen aus Deutschland erhalten hätten.

    „Am 23. (August – Anm. d. Red.) ging eine Initiative von unserer Seite aus, bei der es sich um die Bereitstellung von Daten sowohl von uns als auch von deutschen Ärzten handelte. Aber da, am 23. August, endete unsere Kommunikation“, sagte der Arzt.

    Er stellte klar, dass die deutschen Ärzte sich nicht mehr gemeldet hätten.

    Hintergrund

    Alexej Nawalny hatte am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau das Bewusstsein verloren, woraufhin das Flugzeug unverzüglich in Omsk landete, er dort in ein Krankenhaus gebracht und in ein künstliches Koma versetzt wurde.Sobald ihn die Omsker Ärzte für transportfähig erklärt hatten, wurde Nawalny auf Drängen seiner Familie in die Berliner Charité verlegt.

    Die Bundesregierung hatte am vergangenen Mittwoch nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr mitgeteilt, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Reihe vergiftet worden sei.

    Die Behauptung der Bundesregierung steht im Widerspruch zu den Befunden der russischen Ärzte, die Nawalny zunächst im Omsker Krankenhaus behandelt hatten. Die dortigen Ärzte gaben als vorläufige Diagnose eine Stoffwechselstörung an. Diese soll ein drastisches Absinken des Blutzuckerspiegels verursacht haben. Laut dem leitenden Toxikologen Sibiriens, Alexander Sabajew, wurden in Nawalnys „Entgiftungsorganen“ (Leber, Lungen, Nieren) keine Giftstoffe entdeckt. Im Falle einer Vergiftung müssten in den genannten Organen jedoch Giftspuren festzustellen sein.

    pd/mt/sna

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    Tags:
    Spuren, Kommunikation, Ärzte, Nowitschok, Vergiftung, Omsk