16:05 19 September 2020
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    Fall Nawalny: Streit um Vergiftung des Kreml-Kritikers (91)
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    Frankreich hat vermutlich vor dem Hintergrund der angeblichen Vergiftung des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny eine Ministersitzung mit Russland verschoben. Dies teilte das französische Außenministerium am Dienstag mit.

    Die Sitzung des sogenannten französisch-russischen Kooperationsrats zu Sicherheitsfragen solle zu einem späteren Zeitpunkt abgehalten werden, heißt es auf der Webseite des französischen Außenamtes. In der knappen Erklärung wurde auf „aktuelle Umstände“ verwiesen. Näheres gab das Ministerium hierzu nicht an. Es wurde demzufolge mit der russischen Seite über eine Verschiebung gesprochen.

    Üblicherweise treffen sich bei den Beratungen in diesem diplomatischen Format die Außen- und Verteidigungsminister der beiden Länder. Laut Medienberichten war die nächste Sitzung für kommenden Montag (14. September) geplant. Das Außenministerium gab zu dem Termin zunächst keine Auskunft.

    Fall Nawalny 

    Alexej Nawalny hatte am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau das Bewusstsein verloren, woraufhin das Flugzeug unverzüglich in Omsk landete und er in ein Omsker Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt wurde. Sobald ihn die Omsker Ärzte für transportfähig erklärt hatten, wurde Nawalny auf Drängen seiner Familie in die Berliner Charité verlegt.

    Die Bundesregierung hatte am Mittwoch vergangener Woche nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr mitgeteilt, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Reihe vergiftet worden sei.

    Die Behauptung der Bundesregierung steht im Widerspruch zu den Befunden der russischen Ärzte, die Nawalny zunächst im Omsker Krankenhaus behandelt hatten. Die dortigen Ärzte gaben als vorläufige Diagnose eine Stoffwechselstörung an. Diese soll ein drastisches Absinken des Blutzuckerspiegels verursacht haben. 

    Laut dem leitenden Toxikologen Sibiriens, Alexander Sabajew, wurden in Nawalnys „Entgiftungsorganen“ (Leber, Lungen, Nieren) keine Giftstoffe entdeckt. Im Falle einer Vergiftung müssten in den genannten Organen jedoch Giftspuren festzustellen sein.

    ao/sb/dpa

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