09:32 30 September 2020
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    Laut den Worten des weißrussischen Staatschefs Alexander Lukaschenko soll die Tonaufzeichnung eines von Minsk abgefangenen Gesprächs über den Blogger Alexej Nawalny an den russischen Inlandsgeheimdienst FSB übergeben worden sein. Lukaschenko zufolge handelt es sich darin um eine Kommunikation von Amerikanern.

    Es geht offenbar um ein Gespräch, von dem Lukaschenko in der vergangenen Woche gesprochen hatte. Damals informierte Weißrusslands Staatschef den russischen Premier Michail Mischustin über das Abfangen eines Gesprächs zwischen Warschau und Berlin, in dem es um den russischen Kreml-Kritiker Alexej Nawalny gegangen sein soll.

    Am Mittwoch teilte der russische Journalist und Chefredakteur von „Goworit Moskwa“, Roman Babajan, der am Dienstag neben der Chefredakteurin von Sputnik und RT, Margarita Simonjan, im Palast der Unabhängigkeit in Minsk den weißrussischen Präsidenten interviewt hatte, wie folgt mit:

    „Ich kann das nicht wörtlich zitieren, aber ich übermittle jetzt den Sinn. (…) Das ist nur ein Stückchen dieser Tonaufzeichnung. Wir haben, sagt er (Lukaschenko – Anm. d. Red.), das ganze Gespräch, möchten Sie es hören? Wir haben natürlich reagiert: Na klar, wir möchten, wir wollen es hören! Darauf sagt er: Dann bitten Sie den Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB darum, er wird es Ihnen zum Hören geben, weil ich die Tonaufzeichnung ihm übergeben habe.“

    Ferner gab Babajan Lukaschenkos Aussagen weiter: „Aber er sagt: Ich kann Ihnen sagen, das sind Kinkerlitzchen, es kommt noch besser. Sie können sich gar sogar nicht vorstellen, welche Informationen wir noch haben (…). “

    Kurz nach den Erklärungen von Lukaschenko über das Abfangen eines Gesprächs zwischen Berlin und Warschau in der vergangenen Woche veröffentlichte die staatliche Fernseh- und Rundfunkgesellschaft des Landes die Tonaufzeichnung. In dem Audio-Mitschnitt behauptet ein so genannter deutscher Vertreter, dass alle Materialien zum Fall Nawalny „vorbereitet” seien. Dabei betone er, es sei egal, ob es sich tatsächlich um eine Vergiftung handele oder nicht. „Das ist Krieg. Und im Krieg sind alle möglichen Methoden gut“, soll der Deutsche gesagt haben.

    Das Video mit dem Interview von Lukaschenko wurde nun von russischen Medien publik gemacht; es wurden zudem weitere Details der Antworten des weißrussischen Staatschefs bekannt.

    „Weder Deutsche noch Polen“

    „Das ist bereits sein Eigentum (von FSB-Chef Alexander Bortnikow – Anm. d. Red.)“, so Lukaschenko im Hinblick auf die Tonaufzeichnung.

    „Ich kann es nicht (jemandem zum Hören geben – Anm. d. Red.). Wir haben die Kopie, aber kein Original. Eine reale Kopie dieser Stimme. Auf Englisch, wie es sich gehört, aber die Sprecher sind weder Deutsche noch Polen, eindeutig sprechen da Amerikaner, denn dieses spezifische Englisch haben die Amerikaner“, erläuterte Lukaschenko vor Journalisten.

    „Wir haben Glück, dass wir in dieser Informationsauseinandersetzung sind (…). Bei Hrodno (Grodno – eine Stadt in Weißrussland) – es war mein Vorschlag, dieses Zentrum aufzubauen. Wir brauchen dies angesichts dieser Aggression von außen (…). Kontrollieren wir also bis Berlin, was dort passiert. Und das hat uns geholfen. Wir haben alles gesehen und gelesen, all-all-all diese Gespräche.“

    Warschau und Berlin dementieren Berichte über Telefonat

    Das Außenministerium Polens dementierte zuvor Mitteilungen Weißrusslands über ein Telefonat zwischen Warschau und Berlin, bei dem die Behörden der zwei Staaten angeblich zugegeben mussten, dass es keine Vergiftung von Nawalny gegeben habe. 

    Regierungssprecher Steffen Seibert hatte sich am Montag während einer wöchentlichen Pressekonferenz der Bundesregierung in diesem Zusammenhang geäußert: „Wir haben schon letzte Woche gesagt, dass diese Behauptungen, die von Herrn Lukaschenko aufgestellt werden, selbstverständlich unwahr sind, und das Transkript dieses fiktiven Gesprächs, das man dann am Wochenende nachlesen konnte, hat unsere Meinung ganz sicherlich nicht geändert.“

    ak/sna/sb

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    Tags:
    Alexej Nawalny, FSB, Abfangen, Gespräch, Alexander Lukaschenko, Weißrussland