06:14 21 September 2020
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    Warschau ist bereit, Berlin die Gasleitung Baltic Pipe statt Nord Stream 2 anzubieten, sagte der Pressesprecher der polnischen Regierung, Piotr Mueller, im polnischen Fernsehen.

    „Polen hat von Anfang an betont, dass die europäische Solidarität in diesem Bereich eindeutig sein muss. Sollte die deutsche Seite ein solches Bedürfnis kundtun, ist Polen dafür offen, die Infrastruktur, die es selbst für seine Energiesicherheit aufbaut, zu nutzen“, so Mueller.

    „Mueller erklärte am Mittwoch im (Fernsehkanal) TVP, wenn Berlin auf Nord Stream 2 verzichten würde, wäre Polen bereit, Deutschland Zugang zu der im Bau befindlichen Gasleitung Baltic Pipe zu gewähren, die voraussichtlich ab Herbst 2022 Gas von Norwegen über Dänemark nach Polen transportieren wird“, schreibt die „Gazeta Wyborcza“.

    Dem Sprecher zufolge ruft Nord Stream 2 Besorgnis hervor, weil das Projekt der Idee der europäischen Solidarität und der Energiesicherheit widerspreche.Die Situation um die Gasleitung Nord Stream 2 wird unter anderem durch den Vorfall mit dem russischen Blogger Alexej Nawalny verkompliziert, nachdem einige deutsche Politiker gegen die Pipeline aufgetreten sind. Dabei gilt Deutschland weiter als Anhänger des Gaspipeline-Projekts. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Dienstag in Berlin einen Stopp der Gasleitung Nord Stream 2 als Reaktion auf den Fall Alexej Nawalny offengelassen und erklärt, sie habe sich noch kein abschließendes Urteil gebildet.

    Morgan Ortagus, die Sprecherin des US-Außenministeriums, twitterte am Dienstag, es sei für Deutschland an der Zeit, seine Haltung gegenüber dem deutsch-russischen Pipelineprojekt Nord Stream 2 zu überdenken. Zuvor sagte auch US-Präsident Donald Trump, er werde die Idee unterstützen, das Projekt zu stoppen.

    Der Bau der Pipeline wird je zur Hälfte vom russischen Energieriesen Gazprom und den fünf europäischen Unternehmen OMV, Wintershall, Engie, Uniper und Shell finanziert. Die USA, die verflüssigtes Erdgas auf den europäischen Markt bringen wollen, treten dagegen auf. Washington hatte im Dezember Sanktionen gegen das Nord-Stream-2-Projekt verhängt und von den Partnerunternehmen einen unverzüglichen Arbeitsstopp gefordert. Das schweizerische Unternehmen Allseas stellte die Arbeit ein. US-Politiker erwägen derzeit eine Erweiterung der Restriktionen.

    Nord Stream 2 umfasst den Bau von zwei Strängen einer Gaspipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr. Die Exportpipeline soll Erdgas von Russland nach Deutschland transportieren – unter Umgebung von Transitländern wie Polen und der Ukraine.

    Die Baltic Pipe soll im Jahr 2022 in Betrieb genommen werden. Die Kapazität der Gasleitung wird noch geheim gehalten. Im Jahr 2001 wurde jedoch bekannt, dass die Pipeline mindestens fünf Milliarden Kubikmeter jährlich transportieren soll.

    ls/sb

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    Tags:
    Angela Merkel, Alexej Nawalny, Russland, Deutschland, Polen