15:13 30 November 2020
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    Der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei hat am Donnerstag auf seiner Entwicklerkonferenz 2020 in Dongguan trotz weitreichender US-Sanktionen mehrere neue Produkte angekündigt, bei denen auch US-Technologie zum Einsatz kommt. 

     Es geht unter anderem um zwei neue Notebook-Modelle, zwei Smartwatches sowie eine Neuauflage der drahtlosen Ohrhörer Freebuds. Zugleich kündigte Huawei eine chinesische App-Allianz an, mit der die Vermarktung von Anwendungen aus China im Ausland jenseits der App-Stores von Apple und Google gefördert werden soll.

    Bei den neuen Notebooks kommt trotz des US-Embargos Technik aus den USA zum Einsatz. So steckt im neuen Huawei MateBook 14 der leistungsstarke Chip Ryzen von AMD aus Kalifornien. In dem neuen Huawei MateBook X, ein besonders leichtes und schmales Notebook, steckt wiederum ein aktueller Core-i5-10210-U-Prozessor des US-Chipgiganten Intel.

    Auf der Entwickler-Konferenz stellte Huawei seine neue Benutzungsoberfläche EMUI 11 für Smartphones und Tablet Computer vor. Sie basiert noch auf Android 10, während die Google-Version für bestimmte Smartphone-Modelle in dieser Woche auf Android 11 aktualisiert wurde. Eine Neuerung von EMUI 11 sind die sogenannten Floating Windows, bei denen eine App für Multitasking in einem schwebenden Fenster dargestellt werden kann.

    Konflikt der USA mit Huawei

    Huawei und viele mit dem Konzern verbundene Unternehmen wurden von der US-Regierung auf eine schwarze Liste gesetzt, um den Zugang der Chinesen zu Technologie aus den USA abzuschneiden. US-Präsident Donald Trump wirft Huawei Spionage und eine unangemessene Nähe zur Kommunistischen Partei Chinas vor. Huawei bestreitet die Vorwürfe vehement.

    Von den Exportbeschränkungen sind auch Unternehmen außerhalb der USA betroffen, weil sie selbst US-Technologie einsetzen. Dazu gehören beispielsweise Chiphersteller rund um den Globus. So berichteten Medien in Südkorea am Dienstag, dass die koreanischen Tech-Riesen Samsung und SK Hynix wegen der US-Sanktionen keine Chips mehr an Huawei liefern werden.

    Die Einschränkungen greifen auch bei der Software. So darf Huawei in seinen neuen Geräten nicht mehr das Android-Betriebssystem mit Google-Diensten verwenden. Die Chinesen wichen daraufhin auf die Open-Source-Version von Android aus und stellen inzwischen mit den selbst entwickelten Huawei Mobile Services einen fast vollständigen Ersatz für die Google-Dienste bereit. Bestimmte Funktionen sind allerdings noch nicht verfügbar. So müssen die neuen Smartphone-Modelle von Huawei ohne die Bezahlfunktion Google Pay auskommen, die sonst auf modernen Android-Smartphones verfügbar ist.

    pd/mt/dpa

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    Technologie, Produkte, Sanktionen, China, USA, App, Modelle, Huawei