15:52 29 September 2020
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    Die südlichen EU-Länder haben bei dem Gipfel auf Korsika Frankreichs Position angesichts des Konflikts im Mittelmeerraum unterstützt.

    Der französische Präsident Emmanuel Macron hat den EU-Südstaaten-Gipfel am Donnerstag zu einem Angriff auf seinen türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan genutzt. Die Türkei sei kein Partner mehr in der Region des östlichen Mittelmeers, sagte Macron. 
    Der 42-Jährige hatte Staats- und Regierungschefs aus sechs südlichen EU-Staaten eingeladen, unter ihnen waren der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte und der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis. Zum Auftakt der Gespräche kam Macron mit Mitsotakis zusammen, wie aus Élyséekreisen verlautete.

    Paris setzt auf Einigkeit der EU-Länder 

    Macron bekräftigte in dem Gespräch mit Blick auf den Konflikt mit der Türkei, dass Frankreich Griechenland unterstützen werde, wie es weiter hieß. Es gebe laufende Diskussionen über eine strategische Partnerschaft, die in den kommenden Monaten zur Unterzeichnung eines Abkommens führen werde.

    Macron forderte zuvor vor Journalisten eine entschlossene Haltung der Europäer gegenüber der türkischen Regierung. Europas Stimme müsse geeinter und klarer sein als bisher.

    „Unsere roten Linien sind einfach der Respekt vor der Souveränität eines jeden europäischen Mitgliedstaates, die Achtung des Völkerrechts“.

    Macrons „arrogante Erklärung“

    Er wünsche sich, wieder in einen „fruchtbaren Dialog mit dem Nato-Mitglied Türkei“ zu treten.

    Macron habe eine „arrogante Erklärung“ abgegeben, die Ausdruck seiner Unfähigkeit und Verzweiflung sei, hieß es in einer Mitteilung des türkischen Außenministeriums. Macrons Verhalten weise „alte kolonialistische Reflexe“ auf und gefährde die Interessen der EU. Er sei außerdem nicht dazu befugt, über Grenzen im Mittelmeer zu entscheiden.

    Im östlichen Mittelmeerraum hat sich die Lage zuletzt gefährlich angespannt. Die Türkei sucht nach Erdgasvorkommen. Griechenland und Zypern sind der Ansicht, dass die Bohrungen in ihren Seegebieten erfolgen und damit illegal sind. Ankara weist dies zurück. Frankreich hatte jüngst als Zeichen der Solidarität mit Athen und Nikosia seine Militärpräsenz in der Region erhöht.

    Auf Korsika wollten sich Frankreich, Griechenland, Zypern, Malta, Italien, Spanien und Portugal vor dem EU-Sondergipfel am 24. und 25. September abstimmen, wie es aus Macrons Umfeld hieß. Es ist bereits das siebte informelle Gipfeltreffen der Gruppe, die im Diplomatenjargon „Med7“ genannt wird.

    jeg/mt/dpa

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    Tags:
    Korsika, Gipfel, Gasstreit, Türkei, EU, Emmanuel Macron