16:32 18 September 2020
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    Fall Nawalny: Streit um Vergiftung des Kreml-Kritikers (90)
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    Nachdem Informationen darüber aufgetaucht sind, dass der russische Blogger Alexej Nawalny aus dem Koma erwacht ist, bereitet Russlands Innenministerium eine zusätzliche Anfrage an Deutschland über die Leistung von Rechtshilfe vor. Dies teilte am Freitag die Verwaltung im Verkehr des russischen Innenministeriums im Föderationskreis Sibirien mit.

    In der Anfrage soll es demnach um die Möglichkeit gehen, dass russische Ermittler und ein russischer Experte bei Ermittlungsaktivitäten deutscher Ärzte und Experten zum Fall Nawalny präsent sein können. In diesem Rahmen wäre es möglich, zusätzliche und präzise Fragen zu stellen.

    Unter anderem hieß es in der offiziellen Mitteilung, dass sich eine der sechs Personen, die den russischen Kreml-Kritiker während seiner Reise in Sibirien begleitet hatten, weigere, mit der Polizei zu kommunizieren.

    „Zugleich hat Marina Pewtschich, die Nawalny begleitet hat und in Großbritannien lebt, am 20. August darauf verzichtet, Erklärungen abzugeben.“ Am 22. August flog sie demnach nach Deutschland.

    Unter anderem spezifizierte die Behörde jene Orte, an denen der russische Blogger vor seinem Abflug gegessen hatte. Demnach aß er im Restaurant des „Xander Hotels“ in Tomsk, in der Mietwohnung, wo das Treffen seiner Anhänger erfolgte, sowie in einem Café im Flughafen. Dort speiste Nawalny und nahm Getränke zu sich, darunter Wein und einen alkoholhaltigen Cocktail.  

    Am 7. September hatten Ärzte der Berliner Charité darüber informiert, dass sich Nawalnys Gesundheitszustand verbessert habe. Den Angaben zufolge konnte das durch Medikamente aufrechterhaltene künstliche Koma des Patienten beendet werden.

    Nawalny im Krankenhaus

    Alexej Nawalny hatte am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau das Bewusstsein verloren, woraufhin das Flugzeug unverzüglich in Omsk landete. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt. Später verlegte man den Patienten auf Drängen seiner Familie in die Berliner Charité.

    Die Bundesregierung hatte am 2. September nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr mitgeteilt, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Reihe vergiftet worden sei.

    Daraufhin erklärte der Kreml, Berlin habe Moskau nicht über seine Untersuchungsergebnisse informiert. Das russische Außenministerium betonte, dass Russland auf eine Antwort Deutschlands auf eine offizielle Anfrage zu dieser Situation warte.

    ak/ae

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    Ermittlung, Alexej Nawalny, Anfrage, Deutschland, Innenministerium, Russland