15:58 30 November 2020
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    China und Indien haben sich auf erste Schritte geeinigt, um die neu aufgeflammten Spannungen an ihrer umstrittenen Himalaya-Grenze zu verringern. Dies geht aus einer Vereinbarung der Außenminister der beiden Länder hervor, die in Moskau zusammengekommen sind.

    Die Truppen beider Seiten sollten sich „schnell voneinander lösen, angemessenen Abstand halten“, ihren Dialog fortsetzen und die Spannungen abbauen, heißt es in der Vereinbarung.

    Chinas Chefdiplomat Wang Yi und sein indischer Amtskollege, Subrahmanyam Jaishankar, waren am Donnerstag am Rande des Außenministertreffens der Shanghai Kooperationsorganisation (SCO) in der russischen Hauptstadt zusammengetroffen.

    Die indische Seite äußerte während des Außenministertreffens „starke Bedenken“ angesichts der vielen chinesischen Truppen an der Grenze, wie indische Medien mit Berufung auf Diplomatenkreise berichteten. Indien würde unilaterale Versuche, die Grenze zu ändern, nicht tolerieren, hieß es weiter.

    Meinungsunterschiede sind normal, Personal und Ausrüstung sollte man jedoch zurückziehen

    Es sei „normal“, dass zwei große Nachbarn Meinungsdifferenzen hätten, äußerte Chinas Außenminister. Wichtig sei, dass diese Meinungsunterschiede in einen angemessenen Kontext hinsichtlich ihrer bilateralen Beziehungen gestellt würden.

    China und Indien würden „Kooperation, nicht Konfrontation, sowie gegenseitiges Vertrauen“ brauchen, zitierte die Nachrichtenagentur Xinhua den Außenminister. Die Provokationen, die gegen Verpflichtungen beider Seiten verstoßen würden, seien zu stoppen.

    Auch sei wichtig, alles Personal und Ausrüstung zurückzuziehen, die die Grenzlinie verletzt hätten, damit die Lage deeskalieren könnte, forderte Wang Yi. Auf unterschiedliche Vorstellungen vom Verlauf der sogenannten tatsächlichen Kontrolllinie ging er nicht weiter ein. China wolle den Dialog mit Indien über militärische und diplomatische Kanäle fortsetzen, sagte Wang Yi.

    Grenzstreit zwischen China und Indien

    Die Beziehungen der benachbarten Atommächte hatten sich erneut verschlechtert, nachdem es am 15. Juni in der Region Ladakh zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen indischen und chinesischen Soldaten gekommen war. Dabei wurden mindestens 20 Inder getötet. Wie viele Opfer unter den chinesischen Militärs zu beklagen waren, gab die Volksrepublik nicht an. Indische Medien meldeten mindestens 45 Verletzte oder Tote auf chinesischer Seite.

    Der Streit der asiatischen Rivalen um ihre gemeinsame Grenze dauert schon lange an. In den 60er Jahren hatten beide Staaten einen kurzen Krieg geführt, den China gewann. Seither gibt es immer wieder Zwischenfälle. Indien und China werfen sich gegenseitig Provokationen an der Grenzlinie vor. Der Grenzverlauf ist nach wie vor nicht geklärt.

    asch/dpa/ae

     

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