01:18 01 Dezember 2020
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    Nach den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) will nach Angaben der US-Regierung auch das Königreich Bahrain diplomatische Beziehungen zu Israel aufnehmen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete dies als „einen weiteren historischen Durchbruch“.

    Im laufenden US-Wahlkampf wirbt Donald Trump für eine Israel-freundliche Nahostpolitik. Dass nun auch das Königreich Bahrain Kurs auf eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel nehmen will, müsste Trump mehr als gelegen kommen.

    „Ein weiterer historischer Durchbruch“, schrieb US-Präsident Donald Trump am Freitag auf Twitter. „Unsere beiden großartigen Freunde Israel und das Königreich Bahrain einigen sich auf ein Friedensabkommen.“

    Die VAE und Israel wollen am Dienstag kommender Woche im Weißen Haus ihr Abkommen zu der Mitte August angekündigten Normalisierung ihrer Beziehungen unterzeichnen. Trump erwartet für den „historischen“ Anlass am 15. September Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und den Außenminister der Emirate, Abdullah bin Sajid, in Washington.

    In einer gemeinsamen Mitteilung der USA, Bahrains und Israels hieß es am Freitag, Bahrains Außenminister Abdullatif al-Sajani werde bei der der Zeremonie eine „Friedenserklärung“ mit Netanjahu unterzeichnen.

    Durch die Abkommen würden die VAE und Bahrain nach Ägypten und Jordanien das dritte beziehungsweise vierte arabische Land, das gegenwärtig diplomatische Beziehungen zu Israel unterhält. Im Gegenzug für die Einigung will Israel die geplante Annektierung von Gebieten im besetzten Westjordanland aussetzen, das die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen.

    Bahrain pflegt enge Beziehungen zu den USA. So ist dort etwa die 5. US-Flotte stationiert. Im vergangenen Jahr hatte der Golfstaat in seiner Hauptstadt Manama gemeinsam mit Washington eine umstrittene Wirtschaftskonferenz für die Palästinenser ausgerichtet.

    Friedensvermittler Trump

    Trump hatte sich für die Annäherung zwischen Israel und den VAE engagiert. Nach dem Durchbruch hat er wiederholt Hoffnungen auf weitere Fortschritte gemacht und sogar von einem möglichen „Frieden im Nahen Osten“ gesprochen.

    Am Donnerstag hatte der Präsident im Weißen Haus gesagt, womöglich werde ein weiteres Land dem Beispiel der VAE folgen. „Und ich sage Ihnen, es stehen Länder Schlange, die sich daran anschließen wollen.“ Er sei auch im Gespräch mit dem saudischen König Salman.Trump gab sich am Donnerstag optimistisch, dass auch die Palästinenser wieder Gesprächsbereitschaft zeigen würden, wenn Länder, die sie unterstützten, dem Kurs der VAE folgen würden.

    Die Palästinenser boykottieren die US-Regierung, seit Trump Jerusalem Ende 2017 einseitig als Hauptstadt Israels anerkannt und im Mai 2018 die US-Botschaft von Tel Aviv aus dorthin verlegt hat. Sie werfen Trump eine einseitig pro-israelische Politik vor.

    mka/dpa/gs

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    Tags:
    Donald Trump, Israel, Bahrain