06:21 21 September 2020
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    Fast 20 Jahre nach der Militärinvasion Afghanistans haben erstmals Friedensgespräche zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban begonnen. Die radikalislamische Bewegung beteuerte zum Auftakt der Verhandlungen in Katars Hauptstadt Doha, sie strebe nach Frieden und Stabilität am Hindukusch.

    Die Taliban hatten jahrelang Verhandlungen mit der vom Westen unterstützten Regierung abgelehnt. Mit der Freilassung der letzten gefangenen Kämpfer machte Kabul im August den Weg für Friedensgespräche mit den Islamisten frei.

    Delegationen der Taliban und der Regierung Afghanistans kamen am Samstag in Doha für eine Eröffnungszeremonie zusammen. Der Vorsitzende des Hohen Rats für Versöhnung, Abdullah Abdullah, bezeichnete den Beginn der Friedensgespräche in Doha als einen Moment, der in Afghanistans Geschichte als Ende der Gewalt eingehen wird.

    „Wir sind mit gutem Willen und in guter Absicht hierhergekommen, um das 40-jährige Blutvergießen zu beenden und einen landesweiten und dauerhaften Frieden zu erreichen“, sagte Abdullah.

    Taliban-Vizechef Mullah Abdul Ghani Baradar, der die Delegation der Islamisten in Doha leitet, sagte, die Bewegung handle im Interesse des afghanischen Volkes. „Wir wollen in Zukunft Frieden und Stabilität aufbauen und  fordern von allen Parteien, den Interessen nicht eines Teiles des Volkes, sondern denen der gesamten afghanischen Gesellschaft zu folgen“, sagte Baradar. Er rief andere Staaten dazu auf, die innerafghanischen Verhandlungen und die Einheit Afghanistans zu unterstützen.

    Hoffnung auf Ende des Blutvergießens

    Beide 21-köpfigen Teams hatten sich in den vergangenen Wochen akribisch vorbereitet. Der Beginn der Gespräche war mit großen Hoffnungen verbunden. Die Regierung hat einen Waffenstillstand als Forderung zur obersten Priorität erklärt, doch Experten zweifeln an einer schnellen Umsetzung. Am Rande der Veranstaltung wurde immer wieder betont, dass noch viel Misstrauen zwischen den Konfliktparteien herrscht.

    Mike Pompeo, der ebenfalls in Doha weilt, will mit den Konfliktparteien separat verhandeln. Nach Informationen  aus dem US. State Department will der US-Außenminister nach dem feierlichen Beginn der Friedensgespräche zuerst die Delegation der Regierung und dann die der Taliban treffen.

    Auch das Abkommen der Taliban mit den USA verpflichtete die Islamisten zur Aufnahme der Friedensverhandlungen. Das Ende Februar unterzeichnete Abkommen sieht einen Abzug aller US-amerikanischen und internationalen Truppen bis Ende April kommenden Jahres aus Afghanistan vor.

    Im Gegenzug sollen die Taliban Friedensgespräche mit der afghanischen Regierung in Kabul aufnehmen sowie Garantien geben, dass Afghanistan kein sicherer Hafen für Terroristen wird. In das Abkommen wurde die Freilassung von Gefangenen aufgenommen – als Vorbedingung für die Friedensgespräche zwischen der Regierung in Kabul und den militant-islamistischen Taliban. Die Taliban hatten seit dem Abkommen mit den USA keine Nato-Soldaten mehr getötet, ihren Kampf gegen die afghanischen Sicherheitskräfte aber intensiv weitergeführt.

    leo/dpa/ae

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    Krieg, USA, Doha, Katar, Friedensgespräche, Taliban, Regierung, Afghanistan