15:26 19 September 2020
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    Die deutsche Regierung hat die Hinrichtung des Ringers Navid Afkari im Iran auf das Schärfste verurteilt und den Angehörigen und Freunden ihr Mitgefühl geäußert. Nach der Vollstreckung des Todesurteils gegen den 27-Jährigen am Samstag werden Forderungen nach Sanktionen laut.

    Afkari war verurteilt worden, weil er bei einer Demonstration 2018 in Schiras gegen die wirtschaftliche und politische Lage im Land einen Sicherheitsbeamten getötet haben soll. Trotz internationaler Proteste wurde das Urteil am Samstag vollstreckt.

    „Wir sind entsetzt darüber, dass die Todesstrafe gegen den Sportler Navid Afkari am vergangenen Samstag in Iran vollstreckt wurde“, erklärte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Montag.

    Die Bundesregierung verurteile diese Hinrichtung, die trotz internationaler Proteste und Bitten um Aussetzung durchgeführt wurde, auf das Schärfste.

    „Es gab erhebliche Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens und auch die Vorwürfe, dass Navid Afkari erst unter Anwendung von Folter ein Geständnis abgelegt haben soll, nehmen wir sehr ernst“, hieß es. Laut der Sprecherin setzte sich die Bundesregierung mehrfach auf sehr hoher diplomatischer Ebene in Teheran für die Aussetzung des Todesurteils ein.

    Die Todesstrafe lehne die Bundesregierung als eine „grausame und unmenschliche Form der Bestrafung“ ab. „Wir fordern ein rechtsstaatliches Verfahren für alle im Zusammenhang mit den Protesten in Iran inhaftierten Personen und dass weitere Todesstrafen weder verhängt noch vollstreckt werden.“

    Menschenrechtler: Geständnis unter Folter erzwungen

    Afkari soll die Tat gestanden haben. Sein Geständnis, das im iranischen Staatsfernsehen übertragen wurde, soll laut Menschenrechtlern jedoch unter Folter erzwungen worden sein. Afkaris Brüder, die mit ihm zusammen an den Protesten gegen das islamische Regime teilgenommen hatten, erhielten hohe Gefängnisstrafen.

    Athleten-Verbünde und Menschenrechtler forderten nach Afkaris Hinrichtung Sanktionen gegen den Iran und nahmen auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) in die Pflicht. Der Iran verdiene „nicht länger das Privileg, an internationalen Wettbewerben teilzunehmen“, mahnte die Sportler-Union „Global Athlete“.

    Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, sagte dazu: „Wir haben kein Verständnis dafür, dass die Strafe vollzogen wurde, ohne dem Angeklagten einen fairen Prozess als eines der grundlegenden Menschenrechte zu gewähren.“

    leo/sna/ae/ak

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    Tags:
    Verurteilung, Bundesregierung, Deutschland, Sportler, Hinrichtung, Vollstreckung, Todesurteil, Iran