10:06 04 Dezember 2020
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    Nach der Kritik an der Hinrichtung des iranischen Ringers Navid Afkari ist der deutsche Botschafter Hans-Udo Muzel ins Außenministerium in Teheran einbestellt worden. Der Iran betrachtet die Kritik der deutschen diplomatischen Vertretung als „Einmischung in die inneren Angelegenheiten“.

    Das Ministerium habe die auf Twitter veröffentlichte Kritik "auf das Schärfste verurteilt" und den deutschen Botschafter informiert, dass es diese als "Einmischung in die inneren Angelegenheiten" des Iran betrachte, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums. Es rief zudem die deutsche Botschaft auf, sich „der Grenzen ihrer diplomatischen Verpflichtungen bewusst zu werden und diese nicht zu überschreiten.“

    „Die Einmischung in die Gesetze, Regulierungen und Gerichtsverfahren der Islamischen Republik Iran sind in keiner Weise hinnehmbar“, hieß es weiter.

    Trotz internationaler Proteste war der Ringer Navid Afkari am vergangenen Samstag im Iran hingerichtet worden. Die Sportwelt wie auch Menschenrechtsorganisationen zeigten sich über das Vorgehen des Iran schockiert. 

    Afkari soll im Rahmen einer Demonstration 2018 in Schiras gegen die wirtschaftliche und politische Lage im Land einen Sicherheitsbeamten getötet und die Tat auch gestanden haben. Das Geständnis wurde aber nach Ansicht von Menschenrechtlern unter Folter erzwungen. Afkaris Brüder, die mit ihm zusammen an den Protesten gegen das islamische Regime teilgenommen hatten, erhielten hohe Gefängnisstrafen. 

    Die deutsche Regierung hatte zuvor die Hinrichtung des Ringers auf das Schärfste verurteilt und den Angehörigen und Freunden ihr Mitgefühl geäußert. Nach der Vollstreckung des Todesurteils gegen den 27-Jährigen am Samstag wurden Forderungen nach Sanktionen gegen den Iran laut.

    ta/gs

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    Tags:
    Hinrichtung, Deutschland, Iran