16:29 18 September 2020
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    Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny soll sich im Gespräch mit einem deutschen Staatsanwalt geweigert haben, das russische Rechtshilfeersuchen in seinem Fall zu befriedigen. Dies berichtete die Zeitung „The New York Times“ (NYT) am Montag unter Verweis auf einen hochrangigen deutschen Sicherheitsbeamten.

    Der Mitarbeiter des deutschen Sicherheitsdienstes teilte demnach mit, dass Nawalny vorhabe, nach seiner Genesung nach Russland zurückzukehren. Der Sicherheitsbeamte informierte außerdem, der Kremlkritiker scheine bei klarem Verstand zu sein.

    „Er ist sich seines Zustandes vollkommen bewusst, er weiß genau, was passiert ist, und er ist in voller Kenntnis davon, wo er sich befindet“, sagte die unterrichtete Quelle. 

    Nawalny steht demzufolge im Krankenhaus weiterhin unter strenger Bewachung der deutschen Polizei. Laut der Zeitung hat der Oppositionspolitiker das Ersuchen Russlands, die Ermittlungen in seinem Fall gemeinsam mit Deutschland durchzuführen, abgelehnt. 

    Fall Nawany – Moskau wartet auf Untersuchungsergebnisse 

    Alexej Nawalny hatte am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau das Bewusstsein verloren, woraufhin das Flugzeug unverzüglich in Omsk landete. Er wurde in ein Omsker Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt. Später wurde der 44-Jährige auf Drängen seiner Familie in die Berliner Charité verlegt. Noch am selben Tag nahmen die russische Staatsanwaltschaft und die Polizei ihre Ermittlungen auf. 

    Die Bundesregierung hatte am 2. September, nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr, mitgeteilt, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Reihe vergiftet worden sei.

    Daraufhin erklärte der Kreml, Berlin habe Moskau nicht über seine Untersuchungsergebnisse informiert. Das russische Außenministerium betonte, dass Russland auf eine Antwort Deutschlands auf eine offizielle Anfrage zu dieser Situation warte. Die russische Botschaft in Berlin gab bekannt, sie erwarte von der deutschen Seite, dass sie so schnell wie möglich auf das Rechtshilfeersuchen der russischen Generalstaatsanwaltschaft vom 27. August im Fall Nawalny reagiert.

    Laut Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wird in Russland vorerst de facto zum Fall Nawalny ermittelt. Sobald nachgewiesen sei, dass ein Giftstoff im Spiel war, werde de jure ein Ermittlungsverfahren aufgenommen.

    Am 7. September teilte die Universitätsklinik Charité mit, dass Nawalny aus dem künstlichen Koma geholt worden sei.

    ao/sb/sna

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    Tags:
    Russland, Alexej Nawalny, Ermittlung, Zusammenarbeit