05:47 31 Oktober 2020
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    Laut Angaben der „Zeit” will die deutsche Bundesregierung das Gaspipeline Projekt Nord Stream 2 vor US-Sanktionen schützen, indem sie sich zur Bezahlung von Terminalen für US-Flüssiggas bereit zeigt.

    Dies berichtete die Zeitung am Mittwoch. Das Blatt bezieht sich auf ein Gespräch zwischen Bundesfinanzminister Olaf Scholz und seinem US-Amtskollegen Steven Mnuchin, das Anfang August stattgefunden haben soll. Berlin sei „sehr besorgt” wegen möglicher Sanktionen gegen Nord Stream 2, mit denen Washington wiederholt gedroht hatte.

    Deswegen habe Deutschland ein Angebot gemacht: eine Milliarden-Investition, die laut „Zeit” vor allem für den Aufbau von Terminalen genutzt würde, um Lieferungen von Flüssiggas aus den USA empfangen zu können. Der Vorschlag sei kurz nach dem Scholz-Mnuchin-Gespräch in August eingereicht worden.

    „Über die Terminals in den Häfen Brunsbüttel und Wilhelmshaven wollen US-Firmen amerikanisches Gas nach Deutschland exportieren”, hieß es im „Zeit”-Artikel.

    Nord Stream 2 sieht den Bau einer Pipeline mit einer Leistungsfähigkeit von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr vor, die von der russischen Küste über die Ostsee nach Deutschland verlaufen soll. Die Bauarbeiten werden je zur Hälfte vom russischen Energieriesen Gazprom und den fünf europäischen Unternehmen OMV, Wintershall, Engie, Uniper und Shell finanziert. Die USA, die verflüssigtes Erdgas auf den europäischen Markt bringen wollen, treten dagegen auf.

    Moskau hat wiederholt darauf verwiesen, dass Nord Stream 2 im Interesse der Energiesicherheit Europas gebaut werde.

    In den letzten Wochen wurden Aufrufe zu Sanktionen gegen das Projekt oder gar zu seinem Stopp lauter – nun auch seitens europäischer Politiker. Grund dafür war die Mitteilung Berlins unter Berufung auf Militärmediziner, dass der russsiche Kremlkritiker Alexej Nawalny mit einem Kampfstoff der Nowitschok-Reihe vergiftet worden sei. Laut Berlin bestehe ein „schwerwiegender Verdacht”, dass Russland in den Fall verwickelt sei. Trotzdem gilt Deutschland weiter als Anhänger des Projekts. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte. dass dieses Thema und der Vorfall mit Nawalny getrennt betrachtet werden sollten.

    Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow stellte fest, dass das Nord Stream 2-Projekt kommerziell sei und im Interesse der Energiesicherheit des gesamten europäischen Kontinents umgesetzt werde. Die Forderungen einiger deutscher Parlamentarier, es aufgrund der Situation um Nawalny zu stoppen, seien emotionale Aussagen, die nicht auf irgendwelchen Fakten beruhen würden, hieß es.

    msch

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    Tags:
    Steven Mnuchin, Olaf Scholz, Deutschland, USA, Sanktionen, Nord Stream 2