20:16 18 September 2020
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    BKA-Präsident befürchtet Verlust von Vertrauen in die Polizei; Kinobranche fordert weniger strenge Abstandsregeln; Trump stiftet Verwirrung über Corona-Impfstoff; Virologe dämpft Impfstoff-Hoffnungen; Firmen wollen verstärkten Einsatz digitaler Mittel; Brände in Kalifornien wüten weiter

    Sputnik präsentiert Ihnen in Kürze, was in der Nacht zum Donnerstag geschehen ist.

    BKA-Präsident befürchtet Verlust von Vertrauen in die Polizei

    Nach der Aufdeckung von rechtsextremen Chatgruppen bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen warnt das Bundeskriminalamt vor einem generellen Vertrauensverlust in die Ermittler. Präsident Münch sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland wörtlich: „Das sind Vorfälle, die das Vertrauen in die Polizei erheblich erschüttern.“ Nach seinen Worten gilt das auch für die Drohbriefe, die mit NSU 2.0 unterschrieben waren. Münch erklärte, die Polizei müsse immer wieder betonen, dass rechtsextremes Gedankengut und Handeln bei ihr keinen Platz habe und so etwas mit allen Mitteln verfolgt werde. Nach der Aufdeckung von rechtsextremen Chatgruppen bei der nordrhein-westfälischen Polizei hat ein Experte anonyme Meldeverfahren für interne Missstände gefordert. Er könne sich nicht vorstellen, dass so ein Netzwerk innerhalb der Polizei niemandem aufgefallen sei, sagte der Bochumer Kriminologe Prof. Tobias Singelnstein der Deutschen Presse-Agentur. In NRW stehen derzeit 29 Beamte unter Verdacht, über Jahre hinweg in Chatgruppen rechtsextremes Gedankengut ausgetauscht zu haben.

    Kinobranche fordert weniger strenge Abstandsregeln

    Die von der Corona-Pandemie gebeutelte Kinobranche hat für die Kinos Abstandsregelungen mit Augenmaß gefordert. Man appelliere an die Politik, die Abstandsregeln bundesweit auf einen Sitzplatz zwischen Besuchergruppen zu reduzieren, ohne Maskenpflicht am Platz während des Films, heißt es in einer Erklärung zur 20. Filmkunstmesse Leipzig. Dort treffen sich laut der Mitteilung zum ersten Mal seit langem über 700 Kinobetreiber, Filmverleiher und Filmschaffende aus ganz Deutschland. In den meisten Bundesländern gilt demnach noch der Abstand von 1,50 Metern zwischen den Besuchern im Saal. Die Auslastung sei auf 25 bis 30 Prozent beschränkt. Dies komme praktisch einem Berufsverbot gleich, so die AG Kino-Gilde Deutscher Filmkunsttheater.

    Trump stiftet Verwirrung über Corona-Impfstoff

    US-Präsident Donald Trump hat in einem ungewöhnlichen Vorstoß den Amerikanern viel schneller eine breite Verfügbarkeit von Coronavirus-Impfstoffen versprochen als seine eigene Gesundheitsbehörde. Auf die Frage, wann jeder in den USA Zugang zu einer Impfung bekommen könne, sagte Trump: „Ich denke, das wird sehr bald sein.“ Einer seiner medizinischen Berater, der Radiologe Scott Atlas, stellte 700 Millionen verfügbare Impfstoff-Dosen bis Ende März in Aussicht.

    Virologe dämpft Impfstoff-Hoffnungen

    Der Bonner Virologie-Professor Hendrik Streeck sagt laut dem „Handelsblatt“, man könne nicht vorhersagen, wann ein wirksamer Impfstoff gegen Corona marktreif sei. Schon die Debatten darum halte er für teilweise sehr unseriös. Gerade die Phase der Tests sei immer voller Überraschungen. Streeck warnte der Zeitung zufolge vor Alarmismus und Stimmungsmache in Deutschland, zumal die Pandemie aktuell vergleichbar gut zu managen sei. Man müsse nicht mehr das ganze Land lahmlegen.

    Firmen wollen verstärkten Einsatz digitaler Mittel

    Zwei Drittel der Mittelständler planen einer Umfrage zufolge nach der Corona-Krise einen verstärkten Einsatz digitaler Methoden wie Videokonferenzen. Mehr als die Hälfte will Homeoffice auch nach der Krise teilweise anbieten. Das ergab eine Umfrage im Auftrag des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft. Die Firmen stellen sich außerdem auf eine schwierige Zukunft ein: Fast die Hälfte der befragten Firmen gab an, sie bewerteten die gesamtwirtschaftlichen Konjunkturaussichten als eher schwach oder schwach. 38 Prozent sagten, die Aussichten seien mittel. Fast zehn Prozent der Unternehmer bewerteten den Fortbestand ihrer Firma als eher unwahrscheinlich oder als akut gefährdet.

    Brände in Kalifornien wüten weiter

    Der größte Waldbrand in der Geschichte Kaliforniens breitet sich weiter aus, doch an der brennenden US-Westküste gibt es an anderer Stelle auch Entwarnung. Der Raum San Francisco war am Mittwoch erstmals seit Wochen nicht mehr in dichten, gesundheitsschädlichen Rauch gehüllt. Heute wollten die Behörden von einem Warnhinweis für die Bevölkerung absehen. Zuvor hatten sie mehr als 30 Tage in Folge vor bedenklicher Luftverschmutzung gewarnt, ein Rekordwert in der Westküstenmetropole. In anderen Teilen des „Goldenen Staates“ waren die Auswirkungen der seit Mitte August tobenden Brände aber noch deutlich zu spüren. Mehr als 17.000 Feuerwehrleute seien gegen Dutzende Feuer im Einsatz, teilte der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom mit.

    mk/sb

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    Tags:
    Kalifornien, Impfstoff, Coronavirus, Donald Trump, Polizei, Bundeskriminalamt (BKA), Deutschland