23:47 29 Oktober 2020
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    Fall Nawalny: Streit um Vergiftung des Kreml-Kritikers (124)
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    Die Mitglieder des Technischen Sekretariats der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) haben eine echte geheime „Operation“ durchgeführt, um zusätzliche biomedizinische Proben von Alexej Nawalny zu bekommen. Dies geht aus einer Mitteilung des russischen Außenministeriums von Donnerstag hervor.

    „(…) Auf unsere Appelle an das Technische Sekretariat der OPCW haben seine Verantwortlichen die letzte Woche hindurch nur mit den Schultern gezuckt – wie es hieß, es sei keine Rede von einer Beteiligung der OPCW an dieser ganzen Geschichte mit A. Nawalny. Zur gleichen Zeit führte das französisch-angelsächsische Funktionärsteam, das in der Leitung des Technischen Sekretariats dominiert, eine echte geheime 'Operation' durch, um zusätzliche biomedizinische Proben von A. Nawalny zu sammeln, das zur Analyse an zwei weitere angesetzte OPCW-Labors weitergeleitet wurde“, hieß es in der Mitteilung.

    Es werde nicht überraschend sein, wenn sich diese Labors als die Einrichtungen im Schweizerischen Spiez und im britischen Porton Down erweisen würden, die bereits im Fall Skripal ins Spiel gebracht worden seien.

    „Mit Bedauern müssen wir feststellen, dass die Länder des Westens alle Grenzen überschritten haben, wobei sie die einst renommierte OPCW zu einem schmutzigen Instrument für die Umsetzung ihrer destruktiven Pläne gemacht haben“, so das russische Außenministerium.

    Fall Nawalny 

    Der russische Regierungskritiker Alexej Nawalny hatte am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau das Bewusstsein verloren, woraufhin das Flugzeug unverzüglich in Omsk landete. Er wurde in ein Omsker Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt. Später wurde der 44-Jährige auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt. 

    Die Bundesregierung hatte am 2. September nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr mitgeteilt, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff der „Nowitschok“-Reihe vergiftet worden sei. Die Schlussfolgerungen deutscher Sachverständiger seien von Labors in Schweden und Frankreich bestätigt worden, hieß es weiter. 

    Parallel dazu führt die OPCW auf Ersuchen Berlins eigene Untersuchungen durch. Der Kreml sagte diesbezüglich, dass Berlin Moskau nicht über seine Ergebnisse informiert habe. Das russische Außenministerium betonte wiederum, dass Russland auf eine Antwort Deutschlands auf die offizielle Anfrage warte.

    Russland sei an der Aufklärung des Falls interessiert, wofür es Informationen aus Deutschland bräuchte, die noch nicht eingegangen seien, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die Ermittlungsmaßnahmen in Bezug auf die Situation um Nawalny würden de facto laufen, teilte er weiter mit. Wenn das Vorhandensein einer giftigen Substanz bestätigt werde, würden die Ermittlungen de jure eingeleitet, so Peskow.

    pd/mt/sna

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    Analyse, Fall Skripal, Labors, OPCW, Proben, Alexej Nawalny, Außenministerium