08:17 27 Oktober 2020
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    Bei den Protestaktionen am Samstag in Weißrussland gegen Staatschef Alexander Lukaschenko sind nach Angaben des Innenministeriums landesweit 430 Menschen, darunter 415 in Minsk, festgenommen worden.

    „Insgesamt wurden landesweit 430 Menschen, darunter 415 in Minsk, in Gewahrsam genommen. 385 von ihnen wurden wieder freigelassen“, heißt es in der Mitteilung des Pressedienstes in seinem Telegram-Kanal.

    Dabei machte das Innenministerium darauf aufmerksam, dass an elf Protestaktionen in der Republik insgesamt 900 Menschen teilgenommen hätten.

    „Frauenmarsch“ in Minsk

    Am Samstag fand in der weißrussischen Hauptstadt Minsk der „Marsch der weiblichen Solidarität“ statt, bei dem es zahlreiche Festnahmen gegeben hat.

    Was den „Frauenmarsch“ anbelangt, betonte das Innenministerium, dass sich am Samstag um 14.00 Uhr MESZ auf dem Platz unweit des Komarowski-Markts in Minsk rund 200 Bürger, hauptsächlich Frauen, versammelt hätten. 

    Während der Kolonnenbewegung sei die Zahl der Teilnehmer auf 500 gestiegen. An der Kreuzung der Straßen „Surganow“ und „Jakub Kolas“ seien die Menschen zerstreut worden, heißt es. 

    Massenproteste in Weißrussland

    Seit der Präsidentenwahl am 9. August kommt es in Weißrussland täglich zu Protesten. Lukaschenko hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen nach 26 Jahren im Amt zum Wahlsieger erklären lassen. Der 66-Jährige strebt eine sechste Amtszeit an. Die Opposition hält dagegen Swetlana Tichanowskaja für die wahre Siegerin. Die Demonstrationen waren nicht von den Behörden genehmigt.

    In der Hauptstadt Minsk errichteten Demonstranten Barrikaden aus Mülltonnen. Die Miliz (Polizei in Weißrussland - Anm. d. Red.) trieb zuerst nach eigenen Angaben die Protestierenden mit Tränengas, Wasserwerfern und Blendgranaten auseinander, verzichtete aber später auf solche Methoden.

    In den ersten Tagen gab es nach Behördenangaben drei Tote, Hunderte Verletzte und fast 7000 Festnahmen.

    ns/sna/ae

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    Tags:
    Innenministerium, Festnahmen, Präsidentschaftswahl, Swetlana Tichanowskaja, Alexander Lukaschenko, Protestaktionen, Weißrussland