10:38 01 Dezember 2020
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    Präsidentenwahl in Weißrussland (124)
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    Die Ex-Präsidentschaftskandidatin Weißrusslands Swetlana Tichanowskaja hat dazu aufgerufen, sie nicht als künftige Präsidentin zu betrachten.

    „Ich bitte nicht darum, in mir eine künftige Präsidentin Weißrusslands zu sehen, da ich mich nicht so positioniere“, sagte Tichanowskaja gegenüber der russischen Medienholding RBK.

    „Mein Wahlprogramm bestand aus drei Punkten, wobei der wichtigste davon Neuwahlen, ehrliche, transparente und offene war. Und bei diesen Wahlen wird dann ein Präsident gewählt werden. Ich bin mir sicher, dass es ein starker Führer sein wird, mit dem Herr (Präsident Russlands Wladimir – Anm. d. Red.) Putin etwas zu verhandeln finden und mit ihm auf gleicher Augenhöhe sprechen würde, wenn er in mir keinen Menschen sieht, mit dem er reden kann“, betonte Tichanowskaja auf die Frage, warum Moskau sie nicht als jemanden betrachtet, auf den man sich verlassen kann.        

    Der Kreml hatte erklärt, dass Russland den Wahlsieg von Lukaschenko anerkannt habe. Dabei hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow betont, Russland wolle keine Einmischung in die Situation in Weißrussland von außen. Peskow zufolge sollen die Bürger ihre Probleme mithilfe eines Dialogs lösen.

    Der Kreml könne nur die Absicht der weißrussischen Oppositionellen begrüßen, die Beziehungen zu Russland auszubauen, sehe aber keine einheitliche Position in dieser Frage.   

    Laut Peskow hat Russland keine Kommunikationskanäle mit der weißrussischen Opposition und führt keine Verhandlungen mit ihr durch.  

    Massenproteste in Weißrussland

    Seit der Präsidentenwahl am 9. August kommt es in Weißrussland täglich zu Protesten. Lukaschenko hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen nach 26 Jahren im Amt zum Wahlsieger erklären lassen. Der 66-Jährige strebt eine sechste Amtszeit an. Die Opposition hält dagegen Swetlana Tichanowskaja für die wahre Siegerin. Die Demonstrationen waren nicht von den Behörden genehmigt.

    In der Hauptstadt Minsk errichteten Demonstranten Barrikaden aus Mülltonnen. Die Miliz (Polizei in Weißrussland – Anm. d. Red.) trieb zuerst nach eigenen Angaben die Protestierenden mit Tränengas, Wasserwerfern und Blendgranaten auseinander, verzichtete aber später auf solche Methoden.

    In den ersten Tagen gab es nach Behördenangaben drei Tote, Hunderte Verletzte und fast 7000 Festnahmen. Lukaschenkos Anhänger führen ebenfalls Veranstaltungen zu seiner Unterstützung durch. 

    ns/ae

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    Tags:
    Präsidentschaftswahlen, Opposition, RBK, Swetlana Tichanowskaja, Alexander Lukaschenko, Weißrussland, Russland